Letztes Update am Di, 19.12.2017 07:20

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Japan

Zwei verurteilte Mörder in Japan hingerichtet

Die rechtskonservative Regierung in Japan hat erneut zum Tode verurteilte Mörder hinrichten lassen. Internationale Kritik an der Todesstrafe prallt an der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt ab.

Sicherheitsbeamter in Japan. (Symbolfoto)

© ReutersSicherheitsbeamter in Japan. (Symbolfoto)



Tokio – Ungeachtet internationaler Kritik sind in Japan wieder zwei zum Tode verurteilte Mörder gehängt worden. Das gab das Justizministerium in Tokio am Dienstag nach der Vollstreckung der Urteile bekannt. Seit Amtsantritt des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe im Dezember 2012 starben damit bereits 21 Menschen am Strang. Japan, die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt, gehört zu den wenigen Industrieländern, die an der Todesstrafe festhalten. Bei einem der beiden Gehängten handelte es sich um den 44 Jahre alten Teruhiko Seki, der zur Tatzeit noch minderjährig war.

Todeskandidaten wird Zeitpunkt nicht mitgeteilt

Er hatte dem Urteil nach 1992 bei einem Raubüberfall im Alter von nur 19 Jahren vier Mitglieder einer Familie umgebracht, darunter die vierjährige Tochter. Es war das erste Mal seit 20 Jahren, dass jemand hingerichtet wurde, der zur Tatzeit noch minderjährig war. Bei dem zweiten Erhängten handelte es sich um den 69 Jahre alten Kiyoshi Matsui, der für den Mord an seiner Freundin und ihren Eltern büßte.

Menschenrechtsaktivisten prangern seit Jahren den Umgang mit Hinrichtungen sowie die Haftbedingungen in Japan an. Als besonders grausam kritisieren auch ausländische Regierungen, dass den Todeskandidaten der Zeitpunkt ihrer Hinrichtung nicht mitgeteilt wird. Die zum Tode Verurteilten leben oft jahrelang in Einzelhaft.

Die Juristenvereinigung des ostasiatischen Landes hatte sich im vergangenen Jahr erstmals für die Abschaffung der Todesstrafe, die in Japan durch den Strang vollstreckt wird, bis 2020 ausgesprochen. In dem Jahr wird Japan Gastgeber der Olympischen Spiele in Tokio sein. (dpa)