Letztes Update am Mi, 17.01.2018 06:43

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rangun

Polizei in Myanmar schoss auf Demonstranten: Sieben Tote

Warum es zu den Zusammenstößen kam, war zunächst unklar. Angeblich sollen einige Demonstranten versucht haben, ein Gebäude zu stürmen.

Die Polizei führt einen Rohingya-Flüchtling ab.

© ReuteresDie Polizei führt einen Rohingya-Flüchtling ab.



Yangon (Rangun) – Bei einer Zeremonie im Bundesstaat Rakhine hat die Polizei Myanmars nach eigenen Angaben sieben Buddhisten erschossen. Mehrere tausend Menschen hätten sich am Dienstagabend (Ortszeit) an einem historischen Tempelkomplex in Mrauk U versammelt, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Einige von ihnen hätten dann versucht, ein Verwaltungsgebäude zu stürmen.

Da sie nicht auf Warnungen reagiert hätten, sei scharfe Munition eingesetzt worden. Neben den sieben Toten habe es ein Dutzend Verletzte gegeben.

Warum es zu den Zusammenstößen kam, war zunächst unklar. Am selben Tag hatten Myanmar und Bangladesch ein Rückführungsabkommen für Flüchtlinge der muslimischen Minderheit der Rohingya unterzeichnet. Die Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt.

Seither tötete das Militär hunderte Rohingya, rund 655.000 Rohingya flüchteten ins verarmte Nachbarland Bangladesch. Die UNO, die USA und Menschenrechtsorganisationen sprechen von „ethnischen Säuberungen“. (APA/AFP)

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