Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.02.2018


Innsbruck

Brand im O-Dorf gelegt: Problemmieter zu Haftstrafe verurteilt

© zeitungsfoto.atDie Berufsfeuerwehr im Einsatz.



Innsbruck – Schon seit geraumer Zeit geht es einem Innsbrucker psychisch nicht mehr so gut. Seit dem Konsum von Amphetamin vor sieben Jahren hört der 50-Jährige befehlende Stimmen und fühlt sich von einer Organisation verfolgt. Dies führte nicht nur zu wiederholten Aufenthalten in der Psychiatrie, sondern auch zu immer massiveren Nachbarschaftsproblemen in einem Wohnhaus im Olympischen Dorf. Lärmen und Randalieren in der Nacht war keine Seltenheit, zuletzt war der Mann mit einer Axt im Stiegenhaus angetroffen worden.

Ein Räumungsbescheid war schon im Anflug. Doch noch vor Zustellung brachte sich der 50-Jährige selbst aus seiner Wohnung. In dieser hatte er im September nämlich einen Kunstblumenstrauß entzündet, die Wohnung verlassen und den Brandmelder aktiviert. Wenig später stand die Wohnung in Vollbrand.

Vor Richter Josef Geisler beteuerte der am Landesgericht wegen Brandstiftung Angeklagte, dass er das Feuer nur versehentlich entzündet hatte. Der Brandsachverständige legte jedoch dar, dass man die Blütenblätter mindestens ein bis eineinhalb Sekunden anfeuern muss, dass sie brennen, erst nach zehn Sekunden beginnen diese dann brennend abzutropfen. Reichlich Zeit, das Feuer auszublasen. Zwei Jahre Haft, acht Monate davon unbedingt, ergingen. (fell)




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