Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.02.2018


Justiz und Kriminalität

Vier Jahre Haft für Feuerteufel

59-jähriger Alkoholiker legte als tickende Zeitbombe „grundlos“ Brände im Unterland.

© TT / Thomas BöhmSymbolbild.



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Ein ungutes Gefühl überkam einen gestern am Landesgericht beim Prozess rund um Brandstiftungen durch einen 59-Jährigen. Der seit einiger Zeit im Unterland wohnhafte Burgenländer konnte im Spätsommer nach einer Brandlegung an einer Lagerhalle in St. Ulrich am Pillersee festgenommen werden. Gesamter Schaden laut Staatsanwaltschaft: 800.000 Euro. Bei seiner Vernehmung gestand der 59-Jährige dazu ein, dass er schon einmal versucht hatte, die Halle mittels Taschentüchern zu entzünden. Auch ein Schuppenbrand, der auf eine Doppelgarage übergegriffen hatte, aus dem Jahr 2015 konnte im Zuge des Geständnisses doch noch geklärt werden.

Auf Richter Thomas Dampfs Frage nach dem Warum musste der Alkoholkranke passen. Einzig beim Schuppen will er sich einmal über den Besitzer geärgert haben: „Da wollt’ ich ihm eins auswischen!“ Richter Dampf: „Mit einem Brand?“

Schon im Burgenland war der Mann übrigens durch Brandstiftungen aufgefallen. Richter Dampf erkannte eine Steigerung: „Vom Moped über den Holzwagen zum Schuppen bis zur Lagerhalle!“ Immer will der 59-Jährige dabei unter Tabletten- und teils gleichzeitig unter Alkoholeinfluss gestanden sein. Psychiater Carl Miller wollte jedoch nicht so weit gehen, den an sich Zurechnungsfähigen als Pyromanen zu bezeichnen. Staatsanwältin Gertraud Pfeifenberger sah das anders: „Wir wissen nicht, was ihn antreibt. Aufgrund seiner Unberechenbarkeit sollten wir ihn wohl besser lebenslang einsperren.“ Verteidiger Marius Baumann wies dennoch auf Unbescholtenheit und Geständnis hin. Allein wegen des Geständnisses blieb es auch bei vier Jahren Haft – zehn drohten. 389.000 Euro soll der Verurteilte zudem zurückzahlen.