Letztes Update am Mi, 14.03.2018 10:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aum Shinrikyo

Hinrichtungen nach Giftgas-Anschlag in Japan rücken näher

Vor 23 Jahren verübten Mitglieder der Aum-Shinrikyo-Sekte einen tödlichen Giftgasanschlag in der U-Bahn von Tokio. Nun wartet auf 13 Todeskandidaten die Hinrichtung. Darunter Sektenführer Shoko Asahara.

Poster der Sektenmitglieder in Tokio (Archivfoto, 1996).

© AFP PHOTO TORU YAMANAKA / AFPPoster der Sektenmitglieder in Tokio (Archivfoto, 1996).



Tokio – Im Fall der wegen des tödlichen Giftgasanschlags auf Tokios U-Bahn und anderer Verbrechen zum Tode Verurteilten gibt es Anzeichen für bevorstehende Hinrichtungen. Sieben der 13 Todeskandidaten seien aus ihrer Haftanstalt in Tokio in andere Gefängnisse verlegt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise.

Dies deute darauf hin, dass ihre Exekution durch den Strang damit näher rücke. Japan, die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt, gehört zu den wenigen Industrieländern, die an der Todesstrafe festhalten.

Zu den 13 Todeskandidaten gehört der Drahtzieher und Gründer der Endzeitsekte Aum Shinrikyo, Shoko Asahara. Am 20. März 1995 hatten Mitglieder seiner Sekte unter dem Regierungsviertel der japanischen Hauptstadt in mehreren Zügen Plastiksackerln mit Sarin verteilt, aufgestochen und so das Nervengas freigesetzt. 13 Menschen starben, mehr als 6.000 wurden verletzt. Im Jänner dieses Jahres wurde das letzte Gerichtsverfahren gegen Mitglieder der Sekte abgeschlossen.

In Japan ist es üblich, dass Todeskandidaten erst gehängt werden, wenn die Verfahren gegen ihre Komplizen beendet sind. Wegen des Giftgasanschlags auf Tokios U-Bahn sowie anderer Morde wurden 13 Todesurteile verhängt, sechs andere Angeklagte erhielten lebenslange Haftstrafen. Für Exekutionen hat Japan sieben Standorte: in den Städten Sapporo, Sendai, Tokio, Nagoya, Osaka, Hiroshima und Fukuoka. In welches Gefängnis die sieben zum Tode Verurteilten verlegt wurden, sei unklar, hieß es. Asahara soll weiter in Tokio sein. (APA/dpa)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

(Symbolbild)Deutschland
Deutschland

17-Jähriger in deutscher Schule mit Schlagstöcken verprügelt

Drei Jugendliche drangen in einen Klassenraum ein und gingen gezielt auf den 17-Jährigen los. Die Fahndung nach den Tätern dauert an.

Symbolfoto.Gerichtssplitter
Gerichtssplitter

Vier Jahre Haft für Drahtzieher sechsköpfiger Schlepperbande

Schuldsprüche im Prozess um eine sechsköpfige Schlepperbande in Innsbruck. Die mitangeklagten fünf Rumänen kamen mit Strafen von dreieinhalb Jahren Haft abwä ...

Die Esterházystraße, der Ort der vermeintlichen Entführung. Burgenland
Burgenland

Ortswechsel einer betagten Dame: „Entführte“ tauchte in Tirol auf

Die burgenländische Polizei leitete nach der vermeintlichen Entführung einer 88-Jährigen eine internationale Großfahndung ein. Stunden später tauchte die Fra ...

 Ein Kameramann im Bereich des Schauplatzes der Entführung einer 88-Jährigen in der Esterhazy Straße in Eisenstadt am Dienstag, 22. Jänner 2018.Burgenland
Burgenland

Verschwundene in Tirol aufgetaucht: 88-Jährige fuhr freiwillig mit

Die 88-jährige Frau, deren angebliche Entführung auf offener Straße am Dienstag in Eisenstadt eine Großfahndung der Polizei ausgelöst hat, ist in Kitzbühel w ...

(Symbolbild)USA
USA

Wachkomapatientin brachte Kind zur Welt: Pfleger festgenommen

Seit Jahren liegt eine 29-Jährige im Wachkoma. Betreut wird sie in einem Pflegeheim in Arizona. Plötzlich setzen bei ihr die Wehen ein. Dass sie schwanger wa ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »