Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.03.2018


Tirol

Stalking-Apps oft unerkannt installiert

Offizielle Zahlen gibt es keine, aber „Fälle, bei denen das Handy der Partnerin oder Ex-Partnerin manipuliert wurde, um sie zu stalken, nehmen immer mehr zu“.

Auch wenn sie unterwegs sind, können viele Menschen nicht auf ihr Smartphone verzichten.

© pixabayAuch wenn sie unterwegs sind, können viele Menschen nicht auf ihr Smartphone verzichten.



Innsbruck – Einmal installiert, ist es schwer, sie zu entdecken. Immer öfter werden Spionage-Apps von eifersüchtigen oder stalkenden Partnern beziehungsweise Ex-Partnern genutzt. Die Geschädigten: meistens Frauen. Experten warnen davor, leichtfertig mit Handys, dem Internet und Kommunikations­diensten wie WhatsApp umzugehen.

Offizielle Zahlen gebe es keine, aber „Fälle, bei denen das Handy der Partnerin oder Ex-Partnerin manipuliert wurde, um sie zu stalken, nehmen immer mehr zu. Technisch ist das ja leicht zu realisieren“, weiß Hans-Peter Seewald von der Kriminalprävention im Landeskriminalamt Tirol. Dabei sei es für Betroffene schwer zu bemerken, dass sie überwacht werden. „Was viele nicht wissen: Auch Funktionen von WhatsApp erlauben es, den Standort zu lokalisieren. Die sollte man in so einem Fall unbedingt deaktivieren“, sagt er.

Die Problematik ist auch für Andrea Laske, stellvertretende Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Tirol, nicht unbekannt. „Dabei geht es um Macht und Kontrolle über die Freundin oder Ex-Freundin. Zum Beispiel mit Apps, die den aktuellen Standort verraten. Da lauern sie ihnen dann auf oder verfolgen sie. Handy und Internet sind ein Mittel zum Zweck.“

Laske rät, von Anfang an vorsichtig mit den technischen Geräten umzugehen. „Man sollte etwa immer darauf achten, Bluetooth auszuschalten, damit niemand ungewollt etwas installieren kann. Zudem ist es ratsam, Passwörter und Entsicherungs-Codes nicht leichtsinnig bzw. am besten gar nicht weiterzugeben.“ Wenn sich herausstelle, dass doch eine Spionage-App installiert wurde, dann solle man zu einem Techniker oder dem Handyanbieter gehen und sie entfernen lassen. „Im schlimmsten Fall muss man Handy oder SIM-Karte austauschen.“

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„Wenn ein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorliegt, sollte man unbedingt zur Polizei gehen. In jedem Bezirk gibt es IT-Ermittler, die Spionage-Apps entdecken und den Verlauf rekonstruieren können“, sagt der LKA-Beamte Seewald. (bfk)