Letztes Update am Fr, 20.04.2018 07:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Studie: Schießereien an US-Schulen nehmen rasant zu

Von Columbine bis Parkland: In den vergangenen 18 Jahren gab es an amerikanischen Schulen mehr Tote als im gesamten 20. Jahrhundert. Gemäß der Studie wurden von 2000 bis 2018 66 Menschen in Schulen erschossen.

Erinnerungen an die Opfer von Parkland.

© REUTERSErinnerungen an die Opfer von Parkland.



Tampa – Schießereien an US-Schulen haben einer Studie zufolge in den vergangenen zwei Jahrzehnten rasant zugenommen. In den vergangenen 18 Jahren seien dabei mehr Menschen als im gesamten 20. Jahrhundert getötet worden, heißt es in der am Donnerstag im „Journal of Child and Family Studies“ veröffentlichten Untersuchung.

In die Statistik aufgenommen wurden dabei Schießereien, bei denen mindestens ein Schütze absichtlich mindestens vier Menschen getötet oder verletzt hat. Untersucht wurden nur entsprechende Taten an Schulen für Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 Jahren seit 1940. Schießereien von Banden oder an Universitäten wurden nicht berücksichtigt.

Mehrheit der Schützen sind Heranwachsende

Bis 1940 habe es keine derartigen Massenschießereien an Schulen gegeben, heißt es in dem Bericht. 1940 gab es demnach eine solche Schießerei, in den 50er und 60er Jahren gab es keine entsprechenden Taten. 1979 erschoss eine 16-Jährige dem Bericht zufolge zwei Erwachsene und verletzte acht Schüler und einen Erwachsenen in einer Volksschule. Seither hätten derartige Schießereien stetig zugenommen.

In den 90er Jahren wurden der Studie zufolge 36 Menschen bei 13 Schulschießereien getötet. Von 2000 bis 2018 zählten die Studienautoren 66 Tote bei 22 Massenschießereien an US-Schulen. Dies sei mehr als in den sechs Jahrzehnten von 1940 bis 1999, als bei 22 Schießereien an Schulen 55 Menschen getötet worden seien.

Als alarmierend bezeichneten die Autoren zudem die Tatsache, dass die große Mehrheit der Schützen im 21. Jahrhundert Heranwachsende gewesen seien. Dies deute darauf hin, dass es inzwischen einfacher für sie sei, an Waffen zu kommen und sie möglicherweise öfter an psychischen Problemen litten. (APA/AFP)