Letztes Update am Mo, 30.04.2018 12:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Burgenland

Frauenleiche im Neusiedler See: Hund schlug offenbar bei Hütte an

Seit Sonntag sitzt ein Verdächtiger in U-Haft.

Die Polizei suchte tagelang den See ab.

© APADie Polizei suchte tagelang den See ab.



Rust – Im Fall der getöteten Frau, deren Torso vor mehr als zwei Wochen im Neusiedler See bei Rust entdeckt worden ist, dürften die Ermittler offenbar dank eines Suchhundes auf den mutmaßlichen Täter gekommen sein. Laut der Tageszeitung Heute soll ein Hund bei jener Seehütte angeschlagen haben, deren Besitzer die Tat gestanden haben soll. Die Staatsanwaltschaft (StA) hielt sich dazu bedeckt.

„Es wird am Mittwochvormittag eine Pressekonferenz der Landespolizeidirektion Burgenland und der Staatsanwaltschaft Eisenstadt geben, wo wir über den aktuellen Ermittlungsstand informieren werden“, sagte der Leiter der StA, Johann Fuchs am Montag zur APA. Ob es sich bei jenem Mann, über den am Sonntag die Untersuchungshaft verhängt worden ist, nun auch tatsächlich um diesen Seehüttenbesitzer handelt, blieb zunächst offen.

Heute berichtete in der Montagausgabe, dass der Verdächtige – ein 63-Jähriger angeblich einschlägig vorbestrafter Mann – am Freitag in seiner Wohnung in Wien-Brigittenau festgenommen worden sei. Er soll dort die Leiche zerteilt und die inneren Organe entnommen haben.

Wegen Totschlags und Vergewaltigung vorbestraft

Der 63-Jährige wollte angeblich erst kürzlich das von seiner Mutter geerbte Seeanwesen verkaufen und soll sich an einen Makler gewandt haben. „Da wird mir gleich nachträglich noch schlecht“, schilderte der Immobilienmakler gegenüber Heute seinen Besichtigungstermin am See vor einer Woche. Der Verdächtige habe ihm von seiner Zeit im Gefängnis erzählt und gemeint, dass er mit der Hütte nichts anfangen könne und dafür 80.000 Euro haben wolle, erinnerte er sich. Auffälligkeiten habe er bei dem Mann – abgesehen von einem schlechten Gang wegen eines Diabetikerfußes – nicht bemerkt.

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Der Beschuldigte soll erstmals wegen Totschlags und 1995 wegen Vergewaltigung zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden sein. Aus diesen zwölf Jahren seien laut „Heute“ jedoch knapp 21 Jahre geworden, da der Mann im Maßnahmenvollzug so lange untergebracht war, bis ihn zwei Experten für ungefährlich hielten. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Identität noch immer ungeklärt

Der Torso war am 13. April entdeckt worden. Taucher der Spezialeinheit Cobra waren ebenfalls tagelang im Einsatz wie auch Suchhunde. Kopf, Unterarme ohne Hände sowie ein Ober- und ein Unterschenkel wurden seither entdeckt. Hände, Füße sowie ein Bein fehlten zunächst noch. Die zerstückelte Frauenleiche dürfte bereits seit Monaten im See gelegen sein.

Wer die umgebrachte Frau ist, war weiterhin offen. Gerüchten zufolge soll es sich um eine Prostituierte aus Osteuropa handeln. (APA)