Letztes Update am Di, 08.05.2018 14:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Elysium

Von Vater missbraucht: Kinder nach Prozess bei Großmutter

Jahrelang verging sich ein 29-Jähriger an seinen beiden kleinen Kindern – und gab sie an andere Männer weiter. Er, die Mutter der Kinder und ein Tiroler wurden am Mittwoch zu langen Haftstrafen verurteilt.

:Die Angeklagten vor Beginn des Prozesses wegen Kindesmissbrauch am Landesgericht Wien.

© APA:Die Angeklagten vor Beginn des Prozesses wegen Kindesmissbrauch am Landesgericht Wien.



Wien – Nach den Urteilen im Pädophilen-Prozess in Wien bleiben die Kinder, die vom eigenen Vater jahrelang missbraucht worden waren, vorerst weiter bei der Großmutter. Der sechsjährige Bub und das achtjährige Mädchen hatten bis kurz vor dem Prozess bei der Mutter gelebt. Auch sie wurde am Montag zu sieben Jahre Haft verurteilt, ein pädophiler Bekannter des 29-jährigen Vaters erhielt zwölf Jahre.

„Die Kinder sind bei der Großmutter an und für sich gut aufgehoben“, sagte MA11-Sprecherin Petra Mandl am Dienstag. Auch wird die Familie vom Jugendamt unterstützt. Nun werde überlegt, wie es weitergehen soll. „Entweder können sie bei der Großmutter bleiben, oder man überlegt sich eine andere Lösung“, sagte Mandl.

Während der Vater und sein Bekannter, die beide bereits in U-Haft saßen, weiterhin im Gefängnis bleiben, blieb die schwer behinderte Mutter nach der Urteilsverkündung am Montag weiter auf freiem Fuß. Das Urteil gegen sie ist noch nicht rechtskräftig. „Sie hat derzeit keinen Kontakt zu den Kindern. Man muss sich überlegen, inwiefern man Besuchskontakte stattfinden lassen kann“, sagte Mandl.

Der Vater und sein 41-jähriger Freund werden aufgrund der vom Gutachter Karl Dantendorfer attestierten hohen Rückfallquote in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Die Kinder lebten bis zuletzt bei der 29-Jährigen, auch, nachdem bereits Anklage gegen sie erhoben worden war. Der Bub und das Mädchen sind einem Gutachten zufolge aufgrund des erlebten Martyriums schwer traumatisiert, die psychischen Folgen sind einer schweren Körperverletzung gleichzusetzen. (APA)

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