Letztes Update am Mi, 09.05.2018 10:55

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien

Schüsse auf Afrikaner: Schütze von Macerata vor Gericht

Nach den Schüssen auf Asylwerber in Macerata erklärte der Angeklagte vor Gericht, dass er Drogendealer habe treffen wollen. Der Tod einer 18-Jährigen, die von einem Drogendealer vergewaltigt und getötet worden war, habe ihn erschüttert.

© ReutersDie Carabinieri hatten den Schützen sofort nach der Tat festgenommen.



Rom – Vor einem Schwurgericht in der mittelitalienischen Stadt Macerata hat am Mittwoch der Prozess gegen den 28-jährigen Rechtsextremen Luca T. begonnen, der am 3. Februar auf offener Straße auf sechs Afrikaner geschossen hatte. Dem geständigen Täter werden unter anderem Mordversuch mit rassistischem Hass als erschwerender Umstand sowie illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.

Neben den sechs Verletzten hatte der Italiener von einem Auto aus in Macerata auf fünf weitere Migranten geschossen, ohne sie jedoch zu treffen. Der Mann mit Verbindungen zu rechtsextremistischen Kreisen wollte afrikanische Drogendealer erschießen. Er hatte damit auf die Ermordung einer 18-jährigen Römerin reagiert, die wenige Tage vor der Schussattacke in Macerata von einem nigerianischen Drogendealer vergewaltigt und ermordet worden sein soll. Ihre Leiche war in zwei Koffern zerstückelt gefunden worden.

Entschuldigung bei Nigerianerin

T. soll angeblich eine Freundin mit Drogenproblemen gehabt haben. Das Drama des getöteten Mädchens habe ihn zutiefst erschüttert, berichtete sein Rechtsanwalt. Der Schütze zeigte keine Reue für seine Tat. „Ich wollte Drogendealer erschießen und in Macerata sind es alles Afrikaner. Meine Tat hatte keinen rassistischen Hintergrund“, sagte er den Ermittlern. Er entschuldigte sich lediglich bei einer nigerianischen Frau, die er „versehentlich“ getroffen habe.

An dem Prozess beteiligten sich auch einige der Afrikaner, die der Schütze verletzt hatte. Sie zeigten den Journalisten die Narben auf ihren Körpern, die sie von der Schussattacke davongetragen haben. Die Gemeinde Macerata nahm als Nebenkläger am Prozess teil. Die Schussattacke habe der Stadt einen schweren Imageschaden zugefügt, hieß es. (APA)


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