Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.05.2018


Prozess

Metzger gab Gammelfleisch an Tiroler Hotel weiter

Ein Ausfall der Kühlanlage war der Auslöser — und brachte einen Metzger in einen Strudel von Delikten und einen Prozess.

© pixabaySymbolfoto.



Innsbruck — Man will es sich lieber nicht vorstellen. Aber im Februar war auf den Tellern eines Oberländer Hotels Fleisch gelandet, dessen Entsorgung vom Fleischuntersuchungs­tierarzt bereits amtlich angeordnet war. Verdorben war das Fleisch eines jungen Metzgers deshalb, da in dessen Betrieb über zwei Wochen die Kühlanlage ausgefallen war.

1280 Kilogramm Rindfleisch waren betroffen — ruinös für den Betrieb. Obwohl das Gammelfleisch schon zur Entsorgung blau eingefärbt war, schnitt der Metzger doch wieder Teile he­raus, verarbeitete diese zu Würsten und gab sie an zumindest einen Hotelier weiter. Dieser hatte dann — wie ein anderer — nach Auffliegen der Sache die wenig „angenehme" Aufgabe, seine Gäste darüber zu informieren, was sie Wochen zuvor auf den Tellern hatten. Um die Weiterverbreitung des verdorbenen Fleisches zu vertuschen, legte der Metzger bei der Behörde dann eine unrichtige Entsorgungsbestätigung über das gesamte Fleisch vor und bestimmte einen Mitwisser zur Falschaussage. Ersatzweise belieferte der Metzger zuletzt seine Kunden mit Fleisch, das er zuvor einem Fleischverarbeiter gestohlen hatte. Da kam einiges zusammen und endete in einer zur Hälfte bedingten 3600-Euro-Geldstrafe. (fell)