Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.05.2018


Kufstein

Raubüberfall in Kufstein: Schläger wegen Mordversuchs angeklagt

Fünf Burschen hatten ihr Opfer bei einem Raubüberfall in Kufstein fast totgeschlagen. Gestern wurden die Täter zwischen 15 und 18 Jahren angeklagt — und zwar allesamt wegen versuchten Mordes.

© zoom.tirolIn der Nacht auf 18. Februar schlugen die fünf Männer einen 19-Jährigen am Parkplatz hinter dem Bahnhof mit einer Eisenstange nieder - das Opfer schwebte für einige Zeit in Lebensgefahr.



Von Reinhard Fellner

Kufstein, Innsbruck – Es war Mitte März eine schockierende Meldung. Fünf Burschen hatten ihr Opfer bei einem Raubüberfall in Kufstein fast totgeschlagen. Gestern wurden die Täter zwischen 15 und 18 Jahren angeklagt – und zwar allesamt wegen versuchten Mordes. Staatsanwalt Hansjörg Mayr zur TT: „Aufgrund der massiven Gewalt – zwei von ihnen verwendeten Metallstangen, einer wickelte sich eine Kette um die Faust, um das Opfer zu schlagen, die anderen versetzten dem Opfe­r Fußtritte gegen den Kopf – gehen wir davon aus, dass die Beschuldigten auch den Tod des Opfers in Kauf genommen hätten. Die Anklage lautet daher nicht ‚nur‘ auf versuchten schweren Raub, sondern auch auf versuchten Mord.“ Bei Rechtskraft der Anklage wartet das Schwurgericht auf die Jünglinge.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, vereinbart zu haben, jemanden auszurauben. Nachdem ein erstes Opfer keine Wertsachen bei sich gehabt hatte, legten sie sich wieder auf die Lauer. Das zweite Opfer wurde dann sofort durch Schläge mit einer Metallstange zu Boden gebracht und getreten. Das Opfer erlitt lebensgefährliche Schädelverletzungen, musste sofort operiert werden und hat den Überfall zum Glück überlebt.

Alle Angeklagten bestreiten jeglichen Tötungsvorsatz. Ihnen drohen unterschiedliche Strafen: Zwei 15-jährigen Einheimischen drohen bis zu 10 Jahre, zwei 16-Jährigen (Russe und Kosovare) sowie dem 18- jährigen Kosovaren 15 Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.




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