Letztes Update am Mo, 11.06.2018 09:40

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Philippinen

Katholischer Priester auf den Philippinen am Altar erschossen

Auf den Philippinen hat sich der dritte tödliche angriff auf einen Priester binnen sechs Monaten ereignet. Unterdessen haben auch philippinische Truppen 15 Islamisten getötet.

© REUTERSSoldaten auf den Philippinen.



Manila – In einer Kirche auf den Philippinen ist ein katholischer Priester kurz vor Beginn seiner Messe erschossen worden. Unbekannte hatten vier Schüsse auf den am Altar stehenden 44-Jährigen durch ein Fenster gefeuert, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Tat hatte sich am Sonntagabend in Zaragoza rund 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila ereignet. Der Hintergrund war zunächst unklar.

Es sei bereits der dritte tödliche Angriff auf einen Priester binnen sechs Monaten, teilte die Katholische Bischofskonferenz der Philippinen mit. Einen Zusammenhang gebe es aber nicht, sagte der Polizeichef des Landes. Es handele sich um Einzelfälle.

Ende April starb ein 37 Jahre alter Priester und Bergbau-Gegner nach Schüssen am Ende einer Sonntagsmesse. Im Dezember war ein 72-jähriger Geistlicher, der sich für die Haftentlassung zweier politischer Gefangener eingesetzt hatte, ebenfalls erschossen worden. Die Philippinen mit ihren mehr als 100 Millionen Einwohnern sind ein mehrheitlich römisch-katholisches Land.

15 Islamisten getötet

Philippinische Truppen haben unterdessen auf der Insel Mindanao eine Untergrund-Bombenfabrik von Islamisten zerstört und dabei 15 Milizkämpfer getötet. Der mutmaßliche Bombenexperte der Gruppe und seine Frau seien festgenommen worden, teilte das Militär des südostasiatischen Landes am Montag mit.

Der Angriff fand am Sonntag vor dem Morgengrauen im Gebiet der Flussmarsch Ligawasan statt, wie Oberstleutnant Harold Cabunoc erklärte, der den Angriff befehligt hatte. Die mit der Terrormiliz IS (Daesh) verbündeten Islamisten der Miliz BIFF hätten dort Sprengkörper gefertigt, die bei mehreren Angriffen im Süden des Landes eingesetzt worden seien.

Die BIFF zählt Schätzungen zufolge rund 300 bis 400 Mitglieder. Sie hatte sich von der Moro Islamischen Befreiungsfront abgespalten, die 2014 ein Friedensabkommen mit der Regierung unterzeichnet hatte. Im Rahmen des Abkommens soll eine neue autonome muslimische Region im Süden des überwiegend katholischen Landes errichtet werden. (APA/dpa)