Letztes Update am Di, 12.06.2018 13:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

Bursch vor Wiener Schule niedergestochen: 16-Jähriger weiter in Haft

Der lebensgefährlich verletzte 14-Jährige musste nach Komplikationen noch einmal ins Spital. Laut Rechtsvertreter Ainedter geht es dem Burschen „mittelprächtig“. Indes wurde das Verfahren nach Korneuburg delegiert.

© APA/HANS PUNZIm Zuge eines Streits um Geld hat ein 16-Jähriger am 2. Mai einen 14-Jährigen vor einer Schule in Wien-Währing niedergestochen.



Wien/Korneuburg – Ein 16-jähriger Bursch, der Anfang Mai einen 14 Jahre alten Schüler vor einem Polytechnikum in Wien-Währing mit einem Küchenmesser niedergestochen hat, befindet sich nach wie vor in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft geht weiterhin von versuchtem Mord aus. Das Verfahren wurde jedoch von Wien nach Korneuburg delegiert, bestätigte Friedrich Köhl, der Sprecher der Korneuburger Anklagebehörde, der APA.

Ausschlaggebend dafür war eine Bestimmung im Strafgesetz, derzufolge sich bei jugendlichen Tatverdächtigen die Behördenzuständigkeit aus ihrem Wohnsitz ergibt. Der 16-Jährige ist im Sprengel des Landesgerichts Korneuburg gemeldet.

Das Opfer der Bluttat hat sich mittlerweile „halbwegs erholt“, wie sein Rechtsvertreter Manfred Ainedter am Mittwoch der APA berichtete. Der 14-Jährige hatte sich in akuter Lebensgefahr befunden, nachdem ihm der 16-Jährige ein 30 Zentimeter langes Messer in den Bauch gestoßen hatte. Rasche medizinische Erstversorgung und eine zügige Überstellung in ein Spital retteten dem Burschen das Leben. Nach zehn Tagen konnte er das Krankenhaus verlassen.

Streit um Geld – und die „Familienehre“

„Es ist in weiterer Folge aber zu Komplikationen im Bereich des Darms gekommen, die eine neuerliche Spitalsbehandlung erforderlich gemacht haben“, stellte Ainedter fest. Zum aktuellen Befinden seines Mandanten, der sich als Privatbeteiligter dem Strafverfahren angeschlossen hat, bemerkte der Anwalt: „Es geht ihm mittelprächtig.“

Zu der Gewalttat dürfte es gekommen sein, nachdem der 14-Jährige den älteren Burschen bedroht und von diesem Geld verlangt hatte. Der 16-Jährige – er hat kroatische Wurzeln – soll im Vorfeld die Schwester des 14-Jährigen, dessen Eltern aus dem arabischen Raum stammen, vor mehreren Mitschülern als „hübsch“ bezeichnet haben, was für den 14-Jährigen einem Affront gleichkam.

Zur Wiederherstellung der Familienehre forderte der 14-Jährige von dem gebürtigen Kroaten Geld. Tatsächlich sollen in weiterer Folge 100 Euro den Besitzer gewechselt haben. Als der Jüngere mehr herauspressen wollte, bat der 16-Jährige um ein Treffen, zu dem er dann mit einem Messer bewaffnet erschien. (APA)




Schlagworte


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Niederösterreich
Niederösterreich

Polizei-Schüsse auf Fluchtwagen: 13-Jähriger 25 Einbrüche begangen

Der Teenager war in eine Polizeikontrolle geraten. Zunächst blieb er sitzen, dann stieg er aufs Gas. Ein Polizist gab mehrere Schüsse auf die Reifen des Wage ...

Salzburg
Salzburg

Mord in Zell am See: Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung

Die Polizei hat nun eine Beschreibung des Tatverdächtigen veröffentlicht. Die Suche nach der Tatwaffe hält an. Eine Spur zum Motiv könnte laut Medienberichte ...

Burgenland
Burgenland

Rache des Ex-Freundes: Lehrerin aus Unterricht genommen

Weil ihre Ex-Affäre ein gefälschtes Sex-Tagebuch über sie im Internet verbreitet hat, darf eine burgenländische Lehrerin vorerst nicht mehr unterrichten. Der ...

Deutschland
Deutschland

Eltern getötet und eingemauert: Mann und Ehefrau angeklagt

Es ist ein unfassbares Verbrechen: Ein älteres Ehepaar verschwindet. Entdeckt werden die Vermissten von der Polizei – eingemauert in der Garage. Jetzt wurde ...

Niederösterreich
Niederösterreich

Frau im Bezirk Krems-Land nach Messerstichen in Lebensgefahr

Ein 50-Jähriger wurde als Tatverdächtiger von der Polizei festgenommen. Die 49-Jährige wurde ins Spital geflogen.

Weitere Artikel aus der Kategorie »