Letztes Update am Di, 12.06.2018 15:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Kein Mordprozess für Mutter, die in Wiener Spital ihr Baby erstickte

Die 37-Jährige ist laut psychiatrischem Gutachten nicht schuldfähig. Die Staatsanwaltschaft hat daher die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt.

© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Wien – Die 37-jährige Frau, die am 3. Jänner 2018 in einem Wiener Spital ihr acht Monate altes Baby erstickt hat, ist nicht schuldfähig. Einem psychiatrischen Gutachten zufolge hat die Mutter in einem die Zurechnungsfähigkeit ausschließenden Zustand gehandelt, der auf einer höhergradigen geistigen oder seelischen Abartigkeit beruht. Sie kann daher nicht wegen Mordes belangt werden.

Stattdessen hat die Staatsanwaltschaft auf Basis der gutachterlichen Feststellungen beim Landesgericht einen sogenannten Unterbringungsantrag eingebracht, gab Behördensprecherin Nina Bussek am Dienstagnachmittag auf APA-Anfrage bekannt. Weil nach Ansicht der Anklagebehörde zu befürchten ist, dass die Mutter aufgrund ihrer psychischen Disposition weitere Straftaten mit schweren Folgen setzen könnte, soll sie gemäß § 21 Absatz 1 Strafgesetzbuch (StGB) in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden. Entscheiden muss darüber ein Schwurgericht. Verhandlungstermin gibt es noch keinen. (APA)




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