Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.06.2018


Tirol

Kleinbordell in Igls von Polizei ausgehoben

Das Zimmer von drei Rumäninnen wurde vom Strafamt als illegaler Bordellbetrieb versiegelt und versperrt.

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© RehfeldSymbolfoto.



Innsbruck – Scharfe Kontrollen, versiegelte Wohnungen, hohe Strafen: Für das Rotlicht-Milieu ist Innsbruck in den vergangenen Jahren ein unsicherer Boden geworden. Für manche Prostituierten so unsicher, dass sie bereits in die Peripherie der Landeshauptstadt ausweichen. Aber auch dort sind sie vor dem Zugriff der Exekutive nicht sicher, wie die Schließung eines Mini-Bordells mitten in Igls beweist.

Die drei Rumäninnen hatten sich nicht nur in einer kleinen Pension eingemietet, sondert dort auch regelmäßig Freier empfangen. Dabei waren die Frauen vorsichtig – nach der telefonischen Terminvereinbarung haben sie die Kunden erst vom Balkon aus inspiziert, ehe die Herren ins Haus gebeten wurden. Eine Vorsichtsmaßnahme, um als Freier getarnte Polizeibeamte auszusieben. Ohne Erfolg – diesmal waren es keine Beamten, sondern Nachbarn, die auf das bunte Treiben im Beherbergungsbetrieb aufmerksam machten.

Ein Fall für die Polizeiinspektion Reichenau: Am Freitag statteten die Beamten dem vermeintlichen Bordell einen Besuch ab. Die Polizisten mussten sich weder als Freier ausgeben noch einen Kunden in flagranti erwischen. Denn eine der drei Frauen legte die Karten bald auf den Tisch und gab zu, in Igls als Prostituierte zu arbeiten. Ihre beiden Landsfrauen waren zwar etwas weniger gesprächig, aber als Prostituierte bereits polizeibekannt. Bis vor etwa einem Monat logierte und arbeitete das Trio im berüchtigten Innsbrucker Problemhaus Mitterweg 87. Juristen des Strafamtes (Landespolizeidirektion) setzten dem Treiben dort ein Ende.

Wie die Ermittlungen ergaben, bezahlten die Rumäninnen für ihr Zimmer in der Pension 700 Euro pro Woche. Allerdings nicht an den Besitzer, sondern auf das Konto eines derzeit noch unbekannten Mittelsmannes. Das Zimmer der Frauen wurde vom Strafamt als illegaler Bordellbetrieb versiegelt und versperrt.

Eine der drei Rumäninnen musste aufgrund offener Rechungen in eine Zelle des Polizeianhaltezentrums übersiedeln, die beiden Kolleginnen kamen mit Verwaltungsstrafanzeigen davon. (tom)




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