Letztes Update am Mo, 09.07.2018 15:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Betrug

Millionen Liter Wein aus Spanien als französisch verkauft

Importe aus Spanien, die noch nicht in Flaschen abgefüllt waren, wurden als französische Weine weiterverkauft. Der Betrug wurde bei vier Großhändlern festgestellt.

© pixabaySymbolbild.



Paris – Millionen Liter Wein aus Spanien sind in Frankreich nach Angaben von Kontrolleuren illegalerweise als französisch ausgegeben worden. Das ergab eine Untersuchung der Pariser Anti-Betrugs-Behörde DGCCRF. Es sei Betrug bei vier Großhändlern festgestellt worden, sagte Behördenvertreter Alexandre Chevallier der Zeitung Le Parisien. Diese Fälle beträfen mehr als sieben Millionen Liter Wein.

Laut einer Mitteilung vom Montag wurden Importe aus Spanien, die noch nicht in Flaschen abgefüllt waren, als französische Weine weiterverkauft. Nun laufen Justizverfahren insbesondere wegen Täuschung und irreführender Geschäftspraxis - für Letzteres drohen in Frankreich bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu zehn Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes. Laut Le Parisien lohnt es sich, spanischen Wein als französischen Wein auszugeben, weil dieser deutlich teurer gehandelt werde.

Hintergrund ist auch, dass französische Weinerzeuger im unteren Preissegment seit 2015 starke Konkurrenz aus Spanien haben - dies hatte vor allem in Südfrankreich mehrfach zu Protesten geführt. Die Behörde des Wirtschaftsministeriums hatte nach Hinweise in den vergangenen beiden Jahren Hunderte Kontrollen bei Herstellern, Importeuren und im Handel vorgenommen.

Die Betrugs-Bekämpfer stellten bei der Etikettierung von Weinen im Handel ebenfalls Verstöße fest: So sei teilweise die Bezeichnung „Wein aus Spanien“ nur auf der Rückseite oder schlecht lesbar angegeben worden. Ein überprüftes Geschäft nahm 16.700 Flaschen aus den Regalen, bei denen die Herkunft nicht klar angegeben gewesen sei. Laut einer Sprecherin der Behörde waren von den festgestellten Unregelmäßigkeiten Weiß-, Rot- und Roseweine betroffen. (APA/dpa)




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