Letztes Update am Mo, 09.07.2018 20:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Nach Streit um Tasse Kaffee Nachbarn getötet: Lebenslang

Ein 53 Jahre alter Deutscher hat seinen Nachbarn erst bewusstlos geschlagen, dann tagelang festgehalten und schließlich brutal ermordet. Dafür muss der Mann jetzt lebenslang hinter Gitter. Er bestreitet die Tat nicht.

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Flensburg – Ein 53-Jähriger hat seinen Nachbarn laut Gericht tagelang in seiner Wohnung in Schleswig-Holstein mit Panzertape gefesselt, festgehalten und anschließend getötet. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Flensburg verurteilte den Mann am Montag wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Zwei Mordmerkmale seien erfüllt: Zum einen habe der Deutsche den 61-Jährigen in Verdeckungsabsicht getötet, um die Freiheitsberaubung zu vertuschen. Darüber hinaus lägen sonstige niedrige Beweggründe vor. Der 53-Jährige ist nach Ansicht des Gerichts voll schuldfähig.

Laut Anklage gerieten die Männer im Oktober 2017 in Streit, weil der Nachbar eine Tasse Kaffee vom Angeklagten gefordert hatte. Ob dies die Motivation war, lasse sich aber nicht sicher feststellen, sagte der Richter. Eine zunächst verbale Auseinandersetzung mündete in eine Prügelei, bei der der Nachbar bewusstlos zu Boden ging.

„Lange Vorgeschichte“

Anschließend musste der 61-Jährige etwa drei Tage lang ohne Nahrung und mit Panzertape an Händen und Füßen gefesselt auf dem Küchenboden in der Wohnung ausharren. Dann fasste der 53-Jährige laut Anklage den Entschluss, seinen Nachbar zu töten. Dazu soll er seinem Nachbarn zunächst mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen und ihn anschließend mit einem Gürtel erwürgt haben.

Die Leiche wurde erst Wochen nach der Tat gefunden, als ein Spezialeinsatzkommando die Wohnung stürmte. Die beiden Kontrahenten hätten eine lange Vorgeschichte gehabt, weswegen sie sich nicht gut leiden konnten, führte ein Gerichtssprecher bereits während des Prozesses aus.

Zu Prozessbeginn hatte der Angeklagte über seine Anwältin mitteilen lassen, dass er die Tat nicht bestreitet. Staatsanwaltschaft und Verteidigung äußerten sich direkt nach Verhandlungsende nicht zur Entscheidung. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden. (dpa, TT.com)




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