Letztes Update am Fr, 13.07.2018 19:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Vergiftungsfall

Britische Polizei fand Behälter mit Nowitschok in Amesbury

Nach der Vergiftung eines Paares im südenglischen Amesbury hat die Polizei eine kleine Flasche entdeckt, die das Nervengift enthielt.

© AFPPolizeikräfte vor dem Haus jenes Mannes, der wegen einer Nowitschok-Vergiftung im Krankenhaus behandelt wird. Seine Lebensgefährtin verstarb.



London – Die britische Polizei hat den Behälter gefunden, durch den ein Mann und eine Frau mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt kamen. Die Frau, Dawn Sturgess, war am Sonntagabend an den Folgen der Vergiftung gestorben. Scotland Yard teilte am Freitag mit, es handle sich um eine kleine Flasche, die im Haus des Mannes, Charlie Rowley, in Amesbury gefunden worden war.

Tests hätten ergeben, dass es sich beim Inhalt der Flasche um das Nervengift Nowitschok gehandelt hat. Unklar ist, wie der Behälter in das Haus des Mannes gelangte. Nun soll nach Angaben der Polizei festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der der russische Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März vergiftet worden waren.

Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des Anschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Die 44-jährige Dawn Sturgess aus Salisbury war am Sonntagabend im Krankenhaus gestorben. In der Klinik war sie gut eine Woche zusammen mit ihrem 45-jährigen Lebensgefährten Charlie Rowley gelegen, der mittlerweile wieder ansprechbar ist und von der Polizei befragt werden konnte. (APA/Reuters)