Letztes Update am Sa, 14.07.2018 10:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Kufstein

Junger Kufsteiner bedrohte Mutter mit dem Umbringen: Festnahme

Der 21-Jährige hatte die Frau und ihren Ehemann über Stunden hinweg per Telefon bedroht. Er leidet an einer psychischen Erkrankung.

© Leserfoto Nina ZeilermayerAugenzeugin Nina Zeilermayer hat die Verhaftung fotografiert.



Kufstein – Großeinsatz in der Festungsstadt: Eine Einheimische war am Freitagabend auf der Polizeidienststelle in Kufstein aufgetaucht und hatte erklärt, dass sie von ihrem 21-jährigen Sohn per WhatsApp-Sprachnachrichten und telefonisch bedroht worden war. Das sei soweit gegangen, dass ihr Sprössling ihr und ihrem Ehemann schließlich mit dem Umbringen gedroht habe. Da der 21-Jährige an einer psychischen Erkrankung leidet und die Mutter nicht wusste, wie ernst diese Drohungen zu nehmen sind, erstattete sie gegen 20 Uhr Anzeige.

„Wir haben das sehr ernst genommen und sind sofort mit drei Funkstreifen und einem Dienstwagen der Stadtpolizei zu dem Wohnort gefahren. Dort haben wir das Haus abgesichert“, erklärt Astrid Mair von der Polizei Kufstein gegenüber der Tiroler Tageszeitung Online. Sohn und Mutter wohnen laut Polizei im selben Haushalt im Ortsteil Weissach, die Mutter war zum Zeitpunkt der Drohungen allerdings nicht zuhause. „Die Nachrichten und gegenseitigen Anrufe gingen über zwei bis drei Stunden. Dann hat das allerdings derart massive Ausmaße angenommen, dass die Mutter zur Polizei ging“, so Mair.

Kein Widerstand bei der Festnahme

Gerade weil die Situation so aggressiv aufgeladen war, wusste die Polizei vor Ort nicht, auf was sie sich einstellen sollte. Doch zum Glück ging alles gut aus: Der 21-Jährige befand sich beim Eintreffen der Beamten zufällig außerhalb der Wohnung und ließ sich widerstandslos festnehmen. Er war nicht bewaffnet. Einvernommen werden konnte der Einheimische aufgrund der psychischen Ausnahmesituation nicht, er wollte auch bei der Verhaftung keine Angaben zu seinen Gründen machen. Laut Mutter hat es zuvor keinen Streit gegeben, sie konnte sich keinen Reim auf die plötzlichen Drohungen machen.

Der 21-Jährige wurde in die psychiatrische Abteilung im Bezirkskrankenhaus Kufstein eingewiesen. Eine Anzeige wegen gefährlicher Drohung an die Staatsanwaltschaft erfolgte. (rena)