Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.08.2018


Betrug

Millionenschaden: Tiroler in Versteck in Spanien verhaftet

Ein Tiroler soll über 100 Anleger um mindestens eine Million Euro geprellt haben. Jetzt sitzt er in Auslieferungshaft.

© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Von Thomas Hörmann

Alicante – Über 100 Opfer, zwischen einer und (laut spanischen Medien) bis zu 16 Millionen Euro Schaden: Die Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Großbetrüger aus Tirol endeten vor einer Woche mit dessen Festnahme in Spanien. „Der Beschuldigte befindet sich in Auslieferungshaft. Wann er nach Österreich kommt, ist noch unklar“, bestätigt Andreas Riedler, Sprecher der Staatsanwaltschaft von Leoben.

Wie Riedler weiters angibt, geriet der Tiroler bereits vor drei Jahren ins Fadenkreuz der steirischen Justiz. Dem Mann wird vorgeworfen, mit dubiosen Finanz- und Anlage­geschäften Investoren geprellt zu haben. Wie spanische Medien berichten, soll der 47-Jährige den Opfern in 98 Fällen großen wirtschaftlichen Schaden zugefügt haben. Zunächst leitete die Grazer Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein, inzwischen haben den Fall die Leobener Kollegen übernommen. Das Ergebnis ist ein europäischer Haftbefehl, der von der steirischen Justiz gegen den Tiroler ausgestellt wurde. Auch in der Schweiz bekam der 47-jährige Familien­vater Schwierigkeiten. Die eidgenössischen Behörden untersagten ihm vor etwa zwei Jahren, weiter Finanzgeschäfte zu tätigen.

Als dem Verdächtigen der mitteleuropäische Boden zu heiß wurde, setzte er sich nach Spanien ab. In der 80.000-Einwohner-Stadt Orihuela in der Provinz Alicante fand der Tiroler mit seiner Familie eine neue Bleibe. Wie spanische Medien berichten, soll der gesuchte Beschuldigte regelmäßig sein Handy gewechselt haben, um nicht geortet werden zu können. Außerdem lebte er angeblich sehr zurückgezogen und verließ nur selten seine Unterkunft. Aber es half alles nichts – Zielfahnder kamen dem Tiroler dennoch auf die Spur. Am vergangenen Freitag konnten Spezialeinheiten der spanischen Polizei den Verdächtigen in einem abgelegenen und schwer zugänglichen Haus aufspüren und festnehmen. Wie Lokalzeitungen meldeten, leistete der 47-Jährige keinen Widerstan­d.

Jetzt befindet er sich in einem spanischen Gefängnis und wartet auf seine Auslieferung nach Österreich.




Schlagworte