Letztes Update am Fr, 10.08.2018 15:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

15 Jahre nach Tod einer Deutschen: Verdächtiger in Paris gefasst

Eine DNA-Spur führte die Ermittler zu dem im Frühjahr 2003 geflüchteten ehemaligen Lebenspartner der Frau. Er lebte seit zehn Jahren unter anderen Personalien in Paris – schon vor 15 Jahren war er unter Verdacht geraten.

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Steinfurt/Paris – Rund 15 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Münsteranerin hat die Polizei in Frankreich einen Tatverdächtigen festgenommen. Dem Mann, ehemaliger Lebenspartner der Deutschen, war nach einem Messerangriff auf eine Sozialarbeiterin in Paris eine Speichelprobe entnommen worden. Der Abgleich der DNA-Datenbanken in Frankreich und Deutschland führte dann zu einem Treffer, wie Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape am Freitag in Münster erklärte.

Auslieferung nach Deutschland

2003 hatten Polizisten in einem Naherholungsgebiet bei Steinfurt im Münsterland die Leiche einer 37-Jährigen gefunden. Die Frau starb an zahlreichen Stichverletzungen. Schon damals stand der nun Festgenommene unter Tatverdacht. Der Münsteraner mit türkischem Pass tauchte unter, die Fahndung nach dem Mann blieb erfolglos.

Nach den Ermittlungen der Polizei lebte der Beschuldigte in den vergangenen zehn Jahren mit gefälschten Personalien in Paris. „Wir haben die Auslieferung des 47-Jährigen auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls eingeleitet“, sagte Lechtape. Wann der Mann nach Deutschland kommt, sei offen. Üblicherweise werde zuerst das Verfahren in Frankreich beendet, sagte der Oberstaatsanwalt. (dpa)