Letztes Update am Di, 21.08.2018 16:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Familienstreit in Wien

Ehemann gestand Messerattacke auf neuen Freund der Frau

Der neue Freund der 32-Jährigen kam zur Aussprache rund um die Scheidung. Im Zuge einer Auseinandersetzung erlitt der 24-Jährige zwei Lungenstiche und wurde lebensgefährlich verletzt.

© TT/Thomas Böhm (Symbolfoto)(Symbolfoto)



Wien – Ein 35-jähriger Mann hat am Dienstag eine Messerattacke auf den neuen Freund seiner Noch-Ehefrau gestanden. Das bestätigte die Polizei. Die Tat hat der Serbe am Montagabend verübt, der 24-Jährige befand sich am Dienstag in Lebensgefahr. Zuvor war eine Aussprache um die geplante Scheidung des Paares in einer Massenschlägerei in Wien-Meidling geendet.

Der 24-Jährige war laut Polizei als neuer Freund einer 32-Jährigen zu einer „familieninternen Verhandlung“ rund um die geplante Scheidung der Frau in ein Restaurant in der Steinbauergasse gekommen. Über die geplante Scheidung dürfte bereits im Vorfeld ein Streit entstanden sein, weshalb sich die zahlreichen Angehörigen und der neue Freund der Frau in dem Lokal zusammensetzten. Unter den rund 50 Anwesenden der serbischen Großfamilie eskalierte am Abend dann die Auseinandersetzung. Die Polizei wurde kurz nach 21 Uhr zur großen Rauferei gerufen.

Massenschlägerei auf der Straße

„Während der Besprechung kam es zu Meinungsverschiedenheiten unter den rund 50 Teilnehmern, woraufhin einige Personen das Lokal verließen“, berichtete Polizeisprecher Harald Sörös. Auf der Straße entwickelte sich die Massenschlägerei. Während sich im Restaurant sowohl Männer als auch Frauen zur Aussprache getroffen hatten, beteiligten sich laut dem Sprecher vor allem die männlichen Anwesenden an der Rauferei.

Im Zuge der Auseinandersetzung erlitt der 24-Jährige zwei Lungenstiche. Der Schwerverletzte wurde von der Wiener Berufsrettung notfallmedizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Laut Sörös befand sich der junge Mann am Dienstag weiterhin in Lebensgefahr. Mehrere weitere Personen erlitten bei der Auseinandersetzung „leichte bis mittelschwere Verletzungen, wie blaue Augen und Abschürfungen“. Die meisten Betroffenen wollten sich jedoch nicht behandeln lassen, erläuterte Sörös.

16 Streifenwagenbesatzungen

Die Ehefrau beschuldigte ihren Noch-Ehemann, die Tat begangen zu haben. Der 35-Jährige wurde festgenommen, bestritt zunächst aber die Tat. In seiner Einvernahme am Dienstagnachmittag gab er die Messerstiche dann zu, wie die Tageszeitung Österreich online berichtete. Das Motiv ist noch unklar, sagte Sörös der APA. Die Hintergründe sollen durch weitere Vernehmungen geklärt werden.

Bei dem Großeinsatz waren schlussendlich 16 Streifenwagenbesatzungen nötig, um die Situation zu beruhigen und die Streitenden zu trennen. Neben sechs Fahrzeugen des Stadtpolizeikommandos Meidling wurden vier der Sondereinheit WEGA, vier der Polizeidiensthundeeinheit und zwei der Landesverkehrsabteilung hinzugezogen. Rund 30 Beamte standen im Einsatz. (APA)




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