Letztes Update am So, 07.10.2018 07:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Auf frischer Tat ertappt: Wilderer in Innsbruck mit Jagdkarte?

Der Nord- und der Südtiroler, die am Freitag im Karwendel beim Wilddiebstahl ertappt wurden, könnten Jagdkarten besitzen.

© ZOOM.TIROLLibelle Tirol im Einsatz. (Symbolfoto)



Innsbruck – Die Causa ist ungewöhnlich: Mithilfe der Cobra und mittels Hubschrauber ist es der Polizei am Freitagabend gelungen, zwei Wilderer auf frischer Tat im Stadtgebiet von Innsbruck zu ertappen.

Der 41-jährige Südtiroler und der 41-jährige Nordtiroler wurden gegen 17 Uhr, also noch bei Tageslicht, im Bereich Karwendel

Gleirschzähne beim Abschuss zweier Gämsen beobachtet. „Da die Männer bewaffnet waren, wurde die Cobra angefordert“, hieß es seitens der Polizei. Die Wilderer wurden östlich der Seegrube festgenommen und mit dem Hubschrauber zur Polizeidirektion Saggen gebracht. Sie waren umfassend geständig, was nicht verwundert, fanden sich in ihren Rucksäcken doch ein leicht zusammenlegbares Jagdgewehr mit optischer Zieleinrichtung, Schalldämpfer, Funkgeräte, Ferngläser und Messer. Zudem führten sie die Beute, zwei abgetrennte Gamshäupter sowie Wildbret, mit sich.

Die beiden wurden auf freiem Fuß angezeigt. Indes macht in Jagdkreisen das Gerücht die Runde, dass die beiden Verhafteten im Besitz einer Jagdkarte sein könnten. Sollte das der Fall sein, droht der Entzug derselben.

Bezirksjägermeisterin Fiona Arnold lässt sich auf keine Spekulationen ein: „Ich bin schockiert. Fest steht, dass das kein Kavaliersdelikt ist und mit Wildererromantik rein gar nichts zu tun hat.“

Laut Gesetzbuch kann Wildern, wenn der Schaden über 3000 Euro liegt, sogar mit Haftstrafen bis zu drei Jahren sanktioniert werden. (pla)