Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.10.2018


Landesgericht

Umsatzträume blieben nur Luftschlösser

Ein 20-Jähriger hatte seine Schaffenskraft und die daraus folgende Liquidität überschätzt und sich etwas vorschnell einen stattlichen Fuhrpark angeschafft. Der allzu hoffnungsvolle Jungunternehmer musste sich gestern am Landesgericht verantworten.

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Innsbruck – Wegen schweren Betruges musste sich gestern am Landesgericht ein allzu hoffnungsvoller Jungunternehmer verantworten. Der 20-Jährige hatte seine Schaffenskraft und die daraus folgende Liquidität überschätzt und sich etwas vorschnell einen stattlichen Fuhrpark angeschafft. So hatte der Jung­spund für Arbeiten im Gelände einen mächtigen Traktor von einem Tiroler Bauern angeschafft. Von 63.000 Euro zahlte der 20-Jährige erst 10.000 Euro an, den Rest wollte er monatlich in 5000-Euro-Raten abstottern. Die wollte er freilich erst mit dem Traktor verdienen – und daran scheiterte es schon einmal. Da der Jungunternehmer zu diesem Zeitpunkt bereits von anderen Exekutionen verfolgt worden war, hatte er wohl seriöserweise nicht damit rechnen können, dass er den Traktor vereinbarungsgemäß abzahlen wird können. Gleich verhielt es sich beim zeitgleichen Ankauf eines Chevy-Oldtimers und eines VW Golf mit 250 PS. „Sie sind der Meister des Hoffnungskaufs. Ihre Hoffnungen standen auf allzu dünnem Eis“, summierte Staatsanwalt Andreas Leo. Sechs Monate bedingte Haft und 720 Euro Geldstrafe ergingen rechtskräftig. (fell)