Letztes Update am Mi, 31.10.2018 06:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

10 Kilo Cannabisharz-Platten am Brenner gefunden, Fahrgast in Haft

Diensthunde der Polizei erschnüffelten in einem Bus am Brenner Drogen im Wert von 100.000 Euro. Ein verdächtiger Fahrgast dementierte, dass es sich um sein Gepäck handle. Er wurde festgenommen.

Haschisch ist das gesammelte "Harz" der Hanfpflanze. Es ist meist in gepresster Form im Umlauf.

© Polizei TirolHaschisch ist das gesammelte "Harz" der Hanfpflanze. Es ist meist in gepresster Form im Umlauf.



Von Thomas Hörmann

Steinach a. Br. – Knapp zehn Kilo Haschisch beschlagnahmt, ein Italiener in Untersuchungshaft: So endete bereits vor zwei Wochen eine Schwerpunktaktion der Polizei auf der Brennerautobahn bei Steinach.

Es war am 16. Oktober, als Beamte der AGM, der Innsbrucker Diensthundestaffel und des Landeskriminalamtes einen Fernbus unter die Lupe nahmen. Der Reisebus kam aus Verona, Frankfurt in Deutschland war die Endstation. Bei der Routinekontrolle überprüften die Polizisten nicht nur die Fahrgäste, sondern ließen auch die Diensthunde an den Gepäckstücken schnuppern. Tatsächlich fanden die Tiere einen Koffer besonders interessant. Aus gutem Grund – als ihn die Beamten öffneten, entdeckten sie 100 Cannabisplatten zu je 100 Gramm. Auf dem Schwarzmarkt sind die exakt 9971 Gramm Haschisch etwa 100.000 Euro wert.

Allerdings war der Koffer zunächst herrenlos, kein Fahrgast wollte der Besitzer sein. Das änderte sich, als die Beamten die Passagiere befragten. Einige der Zeugen brachten den Drogenbehälter mit einem italienischen Fahrgast in Verbindung. Der Verdacht erhärtete sich, als die Ermittler die Identitätskarte des 46-Jährigen überprüften – das Dokument erwies sich als Fälschung. Der mutmaßliche Drogenkurier wurde festgenommen und in die Justizanstalt gebracht. Seither befindet sich der Mann in Untersuchungshaft. Er bestreitet allerdings, Besitzer des Koffers zu sein.

Fernreisebusse stehen bei Suchtgift-Schmugglern offenbar hoch im Kurs. Erst im Frühjahr forschten Drogenfahnder der Innsbrucker Kripo mehrere Verdächtige aus, die Cannabis ebenfalls mit der „Bus-Methode“ von Serbien nach Innsbruck importierten – die TT berichtete. Auslöser der Ermittlungen war ebenfalls ein Polizeihund, der in einer Innsbrucker Tiefgarage bei einer Routinerunde 13 Kilo Haschisch erschnüffelte. Bei den weiteren Ermittlungen stießen die Fahnder auf drei Verdächtige, die den Schmuggel aus Serbien organisiert haben sollen. Ihr Risiko war gering – sie schickten nur die Drogenkoffer auf Reise, ohne selbst im Bus zu sitzen.

Der größte Drogenaufgriff in der Tiroler Kriminalgeschichte gelang bereits 2009. Damals fanden die Beamten 147 Kilo Haschisch in einem holländischen Lkw.