Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.11.2018


Tirol

Wissenschaft soll Polizei unterstützen

Vor zehn Jahren übernahm Helmut Tomac das Kommando bei der Tiroler Polizei – Kriminalität gesenkt.

© LPD TirolGeneralmajor Helmut Tomac ist seit zehn Jahren Kommandant der Tiroler Polizei.



Innsbruck – Am 7. November 2008 ernannte die damalige Innenministerin Maria Fekter Helmut Tomac zum Landespolizeikommandanten Tirols. Der Jurist hatte sich zuvor als Personalchef und, ab 2007, als Referent im Kabinett von Innenminister Günther Platter einen Namen gemacht. Seit dem 1. September 2012 ist Helmut Tomac als erster Landespolizeidirektor von Tirol sowohl Kommandant des Wachkörpers Bundespolizei als auch Chef der Tiroler Sicherheitsbehörden. Seine Bilanz kann sich sehen lassen.

Der Vater einer Tochter (die in dieser Woche ihre Sponsion zur Mag. iur. feiert) hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Personalstand bei der Polizei in den vergangenen zehn Jahren um 356 Personen aufgestockt wurde. Mehr Personal führt zu mehr Präsenz – und das schlägt sich in der Statistik nieder: Landesweit sanken die angezeigten Delikte massiv, während gleichzeitig die Aufklärungsquote von 44,3 auf 55,6 Prozent stieg. Damit liegt Tirol klar über dem Österreich-Durchschnitt.

Außerdem machte sich ­Tomac daran, die Dienststellenstruktur in Tirol zu modernisieren: „Im Wipptal etwa wurden 2014 drei Kleindienststellen zu einem schlagkräftigen Polizeizentrum mit 40 Arbeitsplätzen zusammengeführt“, zieht er Bilanz, „eine wichtige und richtige Maßnahme, wie sich ein Jahr später bei der Flüchtlingskrise gezeigt hat. Heute arbeiten in Steinach über 70 Polizistinnen und Polizisten.“

Zuletzt steckte Tomac viel Energie in die Verwirklichung des Innsbrucker Sicherheitszentrums, in dem die auf neun Standorte verteilten Abteilungen der Landespolizeidirektion eine gemeinsame Heimat finden werden.

Für die Zukunft mahnt Tirols Polizeichef eine gewisse Professionalisierung an: „Wir werden neben der Bekämpfung der internationalen Kriminalität alles daransetzen müssen, im Polizeidienst mit der fortschreitenden Technik Schritt zu halten.“ Deshalb sollte sich die Polizei seiner Ansicht nach in Zukunft überlegen, in Teilbereichen (IT, Chemie) und in Ergänzung zum exekutiven Personal zumindest phasenweise wissenschaftliche Experten einzubinden. (mz)