Letztes Update am Mi, 07.11.2018 14:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Urteil

Fünf Jahre Haft für betrügerische Eltern in Spanien

Der Mann gab Spenden zugunsten seiner angeblich todkranken Tochter für teure Autos, Luxus-Uhren und Hotels aus. Die Eltern wurden wegen schweren Betrugs verurteilt.

© iStockphoto(Symbolfoto)



Lleida – Weil er Spenden für seine angeblich todkranke Tochter für Luxusuhren und Reisen missbraucht hat, muss ein Vater in Spanien für fünf Jahre ins Gefängnis. Die Mutter des Mädchens wurde am Mittwoch von einem Gericht in der katalanischen Stadt Lleida wegen schweren Betrugs zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Fall der an einer genetischen Erkrankung leidenden Nadia hatte ganz Spanien bewegt, als ihr 53-jähriger Vater von einer Fernseh-Talkshow zur nächsten tingelte und um Spenden bat. Damit wollte er seinem angeblich vom Tode bedrohten Kind nach eigenen Angaben eine lebensrettende Operation in einem Krankenhaus im texanischen Houston ermöglichen.

Ärzte hatten dem Mann nach dessen Schilderung gesagt, seine Tochter werde an der Genkrankheit Trichothiodystrophie sterben. Daraufhin habe er Spezialisten in aller Welt aufgesucht, um Heilung für seine Tochter zu finden.

Zeitungsrecherchen brachten Ende 2016 schließlich zutage, dass das angebliche Krankenhaus in Houston nicht existierte, es die Reisen zu Medizin-Experten nicht gab und Nadia nicht in Lebensgefahr war. Ihr Vater wurde festgenommen, als er versuchte, einer Polizeikontrolle nahe der französischen Grenze zu entkommen.

Ermittlungen ergaben, dass er von 422.000 Euro an Spenden, die seine Stiftung seit 2014 gesammelt hatte, nur 20.000 für seine Tochter ausgegeben hatte. Der Rest ging für Häusermieten, teure Autos, Luxus-Uhren und Hotels drauf. (APA)




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