Letztes Update am Do, 08.11.2018 20:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Knochenfund in Vorarlberg: Weiteres Leichenteil entdeckt

Die Polizei hofft, weitere Überreste der 26-Jährigen, persönliche Gegenstände oder Kleidung zu finden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand halte man ein Gewaltverbrechen für „eher unwahrscheinlich“.

© vol.at/Rauch45 Polizisten sind im Gelände unterwegs und suchen nach weiteren Leichenteilen.



Dornbirn – Nach dem Fund von Knochen einer seit März vermissten 26-Jährigen aus Lustenau hat am Donnerstag im Gemeindegebiet von Dornbirn eine großangelegte Suchaktion nach weiteren Überresten der Abgängigen begonnen. Seit 9 Uhr seien 45 Polizeikräfte im Gelände unterwegs, so Polizeipressesprecher Fabian Marchetti. Ein Gewaltverbrechen sei nach derzeitigem Ermittlungsstand „eher unwahrscheinlich“.

Bei der Suche wurde ein weiteres Knochenstück gefunden. Die Polizeikräfte gingen das Gebiet zwischen der Spätenbachalpe im Gemeindegebiet von Dornbirn und Hohenems-Schuttannen in Suchketten Meter für Meter ab. Dabei wurde im Bett des Spätenbachs ein Knochenteil entdeckt, so die Polizei.

Das Knochenstück werde an das gerichtsmedizinische Institut in Innsbruck übergeben. Die Suchaktion habe sich aufgrund des teilweise sehr steilen Geländes und des regennassen Untergrunds schwierig gestaltet. In einer Nachbesprechung werde voraussichtlich am Freitag über eine mögliche Fortsetzung der Suche entschieden, so die Polizei.

Im September hatte ein Wanderer im Bereich der Spätenbachalpe einen menschlichen Knochen gefunden. Dieser konnte im Zuge einer DNA-Untersuchung der vermissten Lustenauerin zugeordnet werden. In der Folge habe die Alpinpolizei bei weiteren Suchaktionen zwei weitere Knochen entdeckt. Am Mittwoch sei das Gebiet mit drei Leichensuchhunden durchkämmt worden, allerdings ohne Erfolg, so die Polizei. Man hoffe nun, weitere Überreste der 26-Jährigen, persönliche Gegenstände oder Kleidung zu finden, damit eine kriminaltechnische und gerichtsmedizinische Untersuchung eine Klärung der Todesursache ermöglicht.

Gewaltverbrechen „eher unwahrscheinlich“

Nach derzeitigem Ermittlungsstand halte man ein Gewaltverbrechen für „eher unwahrscheinlich“. Denn die Polizei habe den begründeten Verdacht, dass die vermisste Frau selbst und freiwillig im Gebiet unterwegs war, so der Polizeisprecher. Bisher gebe es keine Anzeichen, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuteten, man ermittle aber weiter. Die Suchaktion sei bis Anbruch der Dämmerung, also etwa bis 16 Uhr, angesetzt. Das Gelände ist für die Allgemeinheit gesperrt.

Die Frau wurde am 5. März in Lustenau als vermisst gemeldet. Sie hatte das Haus mit einem roten Rucksack und ihrer Schlüsseltasche verlassen, um im Einkaufszentrum Messepark in Dornbirn einkaufen zu gehen. Sie kehrte nicht zurück. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens trug sie eine grüne Kapuzenjacke, Jeans und hellgraue Turnschuhe.