Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.11.2018


Exklusiv

Kundler Polizei fahndet nach Brandstifter

Nach zwei Bränden in Kundl steht fest, dass mindestens ein Feuerteufel am Werk war.

© ZOOM.TIROLDer Brand eines Schuppens im Oktober in Kundl wurde gelegt. Das ergaben die Ermittlungen der Polizei.Foto: zoom.tirol



Von Thomas Hörmann

Kundl – Zuerst war’s ein Schuppen, jetzt ein Auto: Nach zwei Bränden hat die Polizeiinspektion Kundl intensive Ermittlungen eingeleitet. Aus gutem Grund – „in beiden Fällen müssen wir von Brandstiftung ausgehen“, bestätigt ein Beamter. Der Brand­ermittler schließt nicht aus, dass ein Zusammenhang zwischen den beiden Straftaten besteht: „Die Tatorte liegen ja nur 200 Meter auseinander.“

Es war in der Nacht zum 23. Oktober, als der Holzschuppen in der Kundler Klammstraße Feuer fing. Die Flammen breiteten sich auch auf den Dachstuhl der benachbarten Doppelgarage aus. Die 50 Feuerwehrmänner konnten aber ein Übergreifen des Feuers auf das nahe Wohnhaus verhindern. Der Schuppen selbst wurde samt Inhalt (vorwiegend Gartengeräte und etwas Brennholz) weitgehend vernichtet.

In der Nacht zum Mittwoch war der Parkplatz beim Eingang der Kundler Klamm Schauplatz eines weiteren Brandes. Diesmal betraf es den dort geparkten Pkw eines Kundler Unternehmers. Wer für die beiden Brandstiftungen verantwortlich ist, „steht noch nicht fest“, sagt der Polizeibeamte.

Während die Ermittlungen laufen, brodelt in der Gemeinde die Gerüchteküche. Bei vielen Einheimischen werden Erinnerungen an eine Brandserie wach, die noch immer ungeklärt ist. Vor mittlerweile sechs Jahren war zunächst der örtliche Motocross-Verein Ziel eines Brandstifters, der auf dem Clubgelände dreimal Feuer legte. Dann war das Vereinsheim der Schützen an der Reihe. Auch ein Gasthaus in der Kundler Klamm geriet ins Visier des Brandstifters. Plötzlich endete die Serie, der Täter konnte nie überführt werden. Der Brandermittler kennt die Gerüchte, ist aber skeptisch, ob ein Zusammenhang zwischen den damaligen und den aktuellen Brandstiftungen besteht: „Das ist doch schon lange her.“