Letztes Update am Fr, 09.11.2018 13:02

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gericht

Keine Einigung im bayerischen Kuhglocken-Streit

Seit Jahren streiten ein Ehepaar und eine Bäuerin im oberbayerischen Holzkirchen um das Geläut von Kuhglocken. Inzwischen geht es auch um das Düngen mit Gülle - und um Insekten, die von Gülle und Kühen angezogen werden. Jetzt gibt es einen zweiten Prozess.

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München, Holzkirchen – Lautes Gebimmel, schlechte Gerüche – und dann auch noch lästige Insekten: Ein Ehepaar kaufte im oberbayerischen Holzkirchen ein Häuschen in idyllischer Lage, doch mit seinen tierischen Nachbarn kommt es nicht klar. Schon lange versuchen die beiden, die Kuhglocken – oder besser noch die Kühe selbst – von der benachbarten Weide wegzuklagen. Auch den Gestank beim Düngen mit Gülle wollen sie nicht mehr dulden – und die auf ihr Grundstück fliegenden Insekten möchten sie ebenfalls nicht haben. Jetzt gibt es einen zweiten Prozess um den tierischen Streit.

Klage nicht nur gegen Bäuerin, sondern auch gegen Gemeinde

Nachdem die Klage des Ehemanns in erster Instanz abgewiesen worden war und er nun auf die zweite Instanz vor dem Oberlandesgericht München wartet, klagte jetzt seine Frau.

Mit der Suche nach einem Vergleich in eine weitere Runde gegangen. Vehement diskutierten Richterin, Bäuerin Regina Killer und der Anwalt der klagenden Anrainerin, ob GPS-Sender als Ersatz für die störenden Glocken der grasenden Rindviecher infrage kommen.

Die Bäuerin sagte, damit gebe es in der Region keine Erfahrungen. Sie bot im Gegenzug an, nur noch eine oder zwei Glocken zu verwenden – je nachdem, wo die Kühe grasen. Am Freitag endete der Verhandlungstag ohne Einigung. Das Gericht will am 24. Jänner eine Entscheidung verkünden.

Das Ehepaar hat angeboten, auf seine Kosten elektronische Kuhglocken anzuschaffen. „Niemand braucht im Flachland Kuhglocken“, sagte der Anwalt des Paares, der zum Beweis für die Belastung im Gericht Tonaufnahmen des Gebimmels abspielte. „Haben Sie schon mal in Holland eine Kuhglocke gesehen?“ Die Richterin wandte sich an die Bäuerin: „Wofür haben Sie denn Kuhglocken?“ Bäuerin: „Für den Fall, dass sie (die Kühe) ausbrechen – dass man sie hört bei der Nacht.“ (APA/dpa)

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