Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 11.11.2018


Tirol

Einschleichdiebe haben wieder Hochsaison

Aktuell wird vor Anrufern gewarnt, die sich als Polizisten ausgeben. Die Feuermelder-Bande, die laut Netz aktiv ist, existiert nicht.

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Von Alexandra Plank

Innsbruck – Zahlreiche besorgte Anrufe veranlassten Tirols Landes-Feuerwehrkommandanten Peter Hölzl dieser Tage zu einer Presseaussendung. Darin stellte er klar, dass keine Rauchwarnmelder-Kontrollen in Tirol durchgeführt werden: „Wer persönlich von falschen Feuerwehrleuten kontaktiert wird, soll sich schnell an die Polizei wenden.“

Dort ist man mit diesem Phänomen vertraut. „Seit zwei Wochen wird die Warnung vor Einschleichdieben, die sich als Feuerwehrleute ausgeben, wieder massiv über die sozialen Netzwerke verbreitet“, erklärt Gruppeninspektorin Sabine Reinthaler, zuständig für Social Media. „Diese Geschichte macht immer wieder die Runde. Es gibt aber niemanden, der von falschen Feuerwehrmännern besucht worden wäre“, sagt sie. Hier handle es sich um einen Hoax, eine Falschmeldung, die in diesem Fall über WhatsApp rasant verbreitet werde. Kürzlich war in einem Kleinformat wieder von derartigen Vorfällen in Kufstein die Rede. Laut Polizei entspricht das nicht den Tatsachen.

Wahr ist, dass aktuell wieder ältere Leute im Bezirk Kitzbühel und Kufstein von Betrügern angerufen werden, die sich als Polizisten ausgeben, erklärt Pressesprecher Stefan Eder. Bei den Angerufenen wird am Telefon-Display die Polizei-Nummer 133 bzw. 059133 angezeigt. Die Betrüger geben vor, Einbrecher verhaftet zu haben, bei denen eine Liste mit Namen sichergestellt worden sei. Auf dieser sei auch der Name des Angerufenen vermerkt. „Die Leute werden aufgefordert, ihre Wertgegenstände zur Sicherheit der falschen Polizei zu übergeben“, so Eder. Das ist nur eine fiese Masche von Einschleichbetrügern. Als Klassiker könne das Läuten und Fragen nach einem Glas Wasser bezeichnet werden, sagt Reinthaler. Hans-Peter Seewald, Leiter der Abteilung für Kriminalprävention, gibt im nebenstehenden Interview Tipps, wie man die Täter austricksen kann.

Doch woher wissen diese, wo alte Menschen leben? „Das Telefonbuch tut hier oft gute Dienste, die Täter suchen ihre Opfer nach Vornamen aus, die vor langer Zeit gebräuchlich waren“, so Reinthaler. Das Vorgehen der Diebe werde dreister: „Die Phantasie der Täter und die Gutgläubigkeit der Menschen kennt keine Grenzen“, sagt Reinthaler. Einschleichdiebstähle und Einbrüche werden in der Kriminalstatistik nicht gesondert ausgewertet. Klar ist aber, dass gerade im Herbst die Einbrüche in der Dämmerung zunehmen. „Die Dunkelheit ist von doppeltem Vorteil für die Täter, sie werden nicht gesehen und erkennen, ob ein Haus beleuchtet ist“, so Reinthaler. Die Dämmerung habe den Vorteil, dass noch viele Leute unterwegs sind und Menschen, die Böses im Schilde führen, nicht so leicht auffallen. Trotz aller wichtigen Warnungen zur Vorsicht: Tirol ist ein sicheres Land. Auch wenn ein Einbruch ein sehr unangenehmes Erlebnis ist, kann man wenigstens mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dem Täter nicht zu begegnen. „Die meisten Einbrecher läuten, bevor sie eindringen, um sicherzugehen, dass niemand da ist“, sagt Seewald. Die Kriminalprävention bietet kostenlose Überprüfungen von Wohnungen und Häusern an. Informationen unter 059133/70/3750.

3 Fragen an...

Hans-Peter Seewald von der Kriminalprävention der Tiroler Polizei gibt Tipps, wie man es Tätern möglichst schwer macht.

Das Interview führte Alexandra Plank