Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 16.11.2018


Exklusiv

Tirol bläst zur verschärften Jagd auf illegale Skilehrer

Optimismus für die Wintersaison, die Lehrpäne wurden überarbeitet.

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Von Alois Vahrner

Innsbruck – Seit 20 Jahren ist Richard Walter Tirols Skilehrer-Präsident, am Samstag wird er bei der Landesversammlung in Igls für weitere fünf Jahre gewählt. „Das wird meine letzte Periode“, so Walter, der auch bundesweiter Skilehrer-Präsident und Chef von Österreichs größter Skischule am Arlberg ist.

Das heimische Skilehrer-Wesen sei absolute Weltspitze, mit dem jetzt auch um Personalzimmer erweiterten Ausbildungszentrum in der Axamer ­Lizum habe man ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Um die Qualität weiter zu heben, habe man neue Lehrpläne für Österreich erarbeitet. Bei der „Hardware“ Skifahren und Schneesport sei man immer schon ganz vorne gewesen, jetzt wolle man mit der Dienstleistungsqualität auch die „Software“ weiter verbessern, sagt Walter.

Der letzte Winter habe dank früher Schneefälle und Kälte auch für die Skischulen ein Rekordjahr gebracht. Für die kommende Saison sei man ebenfalls wieder optimistisch. Jährlich werden in Tirol von den gut 7000 Skilehrerinnen und Skilehrern etwa 800.000 Gäste betreut, mehr als die Hälfte davon sind Kinder. In Tirol gibt es zurzeit etwa 350 Skischulen (die größten davon am Arlberg, in Serfaus, Fiss und Kitzbühel), darunter sind 120 Ein-Personen-Unternehmen. Diese seien steuerlich meist im Vorteil, weil sie im Regelfall keine Umsatzsteuer zahlen müssten. Die Voll-Skischulen wollen heuer den verschiedenen Online-Plattformen mit einer eigenen Buchungsplattform namens book2ski (entwickelt von den Salzburgern) massiv entgegenhalten, kündigt Walter an.

Ein weiterhin großes Problem sei die Konkurrenz durch illegale Skilehrer aus dem Ausland. Wenn sich eine ausländische Skischule anmelde, sei das auch nach den EU-Regeln überhaupt kein Problem. Sehr wohl problematisch sei es aber in Sachen Sicherheit und nicht gezahlter Steuern und Abgaben, wenn ganze Busse an Skifahrern mit „illegalen Begleitern“ nach Tirol kämen. Die Skischulen schätzen eine fünfstellige Zahl der schwarzen Schafe pro Winter.

In Salzburg habe man den Skilehrerverband jetzt quasi als öffentliches Organ eingestuft, der dann auch die Kontrollen durchführen soll. Walter hat hier durchaus Bedenken, ob das EU-konform ist. Daher stehe man in Tirol mit dem Land kurz vor einer Einigung über verschärfte Kontrollen über die Sport- oder die Tourismusabteilung des Landes bzw. die Bezirkshauptmannschaften. Starten könnte dies dann im nächsten Winter.

Weiter anhängig ist der Rechtsstreit, ob nach einem Verwaltungsgerichtshof-Urteil für Mitarbeiterzimmer von Skischulen oder Seilbahnen im Gegensatz zu Tourismus-Unternehmen gemäß einem ortsüblichen Zimmerpreis Umsatzsteuer fällig sei. Walters Skischule hatte eine massive Nachzahlung aufgebrummt bekommen. Der Fall liegt beim Verfassungsgerichtshof.




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