Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.11.2018


Landesgericht

Einbrüche in Innsbruck: 50-Jähriger zu acht Jahren Haft verurteilt

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Seit der letzten Novelle des Strafgesetzbuches werden Einbrüche teils deutlich milder bestraft. Dies vermeidet künftig Haftjahre beispielsweise für gewerbsmäßige Spindeinbrüche in Gewerbebetrieben. Wer allerdings in Wohnhäuser einbricht, den trifft weiter die volle Härte des Gesetzes. Erachtet der Gesetzgeber die Störung des häuslichen Friedens doch als überaus großen „sozialen Störwert" mit hohem Schuldgehalt. Wie ernst das der Gesetzgeber meint, erfuhren gestern am Landesgericht zwei Georgier. Ein 50-Jähriger musste sich mit seinem Schwiegersohn für eine Serie von Wohnungseinbrüchen in Innsbruck verantworten.

Gekommen waren beide als klassische Kriminaltouristen — und scheuten keine Kosten für die Anreise. Flogen beide doch erst von der Türkei nach Frankreich, um von dort weiter per Reisebus nach Innsbruck zu kommen. Und dies, obwohl der 50-Jährige vor dem Schöffensenat beschwor, dass er ja eigentlich in München ein günstiges Auto für den georgischen Markt erwerben hätte wollen. Auf Nachbohren von Richter Andreas Mair kam freilich das Finanzierungsmodell hervor: „300 Euro hatte ich noch dabei. Für den Rest hoffte ich halt auf Glückstreffer bei Diebstählen und Einbrüchen."

Verteidiger Marius Baumann betonte dazu die untergeordnete Rolle des Schwiegersohns: „Er klebte Türspione zu, mehr lässt sich im Zweifel nicht erweisen." Keinen Zweifel gab es am Vorleben des 50-Jährigen. Über 20 Jahre hatte er bereits in diversen Zellen verbracht. Bei einer Strafandrohung von zehn Jahren ergingen darauf nicht rechtskräftig acht Jahre Gefängnis, über den Schwiegersohn zwei Jahre. (fell)




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