Letztes Update am Do, 22.11.2018 12:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozess in Dortmund

Anschlag auf BVB: Verteidiger wollen weniger als zehn Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft hatte zu Wochenbeginn lebenslange Haft gefordert. Der Angeklagte selbst bestreitet jede Tötungsabsicht. Ein Urteil wird Ende November erwartet.

Am 11. April 2017 wurde BVB-Spieler Marc Bartra bei einem Anschlag auf den Mannschaftsbus schwer verletzt.

© AFPAm 11. April 2017 wurde BVB-Spieler Marc Bartra bei einem Anschlag auf den Mannschaftsbus schwer verletzt.



Dortmund – Im Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund haben die Verteidiger eine Haftstrafe von deutlich unter zehn Jahren beantragt. In seinem Plädoyer vor dem Dortmunder Schwurgericht hielt Rechtsanwalt Carl Heydenreich am Donnerstag eine Verurteilung wegen versuchten Mordes für ausgeschlossen.

Der Angeklagte Sergej W. habe sich nur der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion schuldig gemacht. Der in Russland geborene Deutsche hatte im Prozess zugegeben, neben dem voll besetzten Mannschaftsbus des BVB drei Bomben gezündet zu haben. Er bestreitet aber jeden Tötungsvorsatz.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits am Montag lebenslange Haft beantragt. Die Tat vom 11. April 2017 hatte im In- und Ausland für Entsetzen gesorgt. Im Inneren des Busses wurde der damals noch für noch für Borussia Dortmund aktive Innenverteidiger Marc Bartra schwer am Unterarm verletzt. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma.

Sergej W. hat bereits frühzeitig im Prozess zugegeben, die Bomben gebaut, versteckt und mit einem Fernzünder zur Detonation gebracht zu haben. Angeblich wollte er damit aber nur Angst und Schrecken verbreiten, um den Aktienkurs des börsennotierten Fußballvereins abstürzen zu lassen. Der 29-Jährige hatte zuvor mit geliehenem Geld zahlreiche Optionsscheine erworben, mit denen er auf einen fallenden Kurs wettete. (dpa)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Die angeklagte Besitzerin einer Rottweilers vor Beginn der Gerichtsverhandlung.Wien
Wien

Kleinkind nach Rottweiler-Biss tot: 18 Monate für Hundebesitzerin

Die Besitzerin eines Rottweilers, der einen kleinen Buben angefallen und totgebissen hatte, muss für mindestens sechs Monate ins Gefängnis. Ein Teil der Stra ...

Symbolfoto.Bayern/Tirol
Bayern/Tirol

Kitzbüheler mit 130 km/h in 60-er Zone in Bayern gestoppt

Die Polizei Kiefersfelden hatte den Raser aus Tirol bei Verkehrskontrollen geblitzt. Er fasste eine saftige Geldstrafe und ein Fahrverbot aus.

Eine unabhängige Untersuchungskommission soll herausfinden, wie der Terroranschlag in Christchurch möglich war.Rechtsextremismus
Rechtsextremismus

Neuseeland-Terror: Ardern ordnet unabhängige Untersuchung an

Es müsse alles unternommen werden um herauszufinden, „wie sich dieser Terroranschlag ereignete und wie wir ihn hätten stoppen können“, sagte Ardern am Montag ...

Symbolfoto.Italien
Italien

Baby starb in Italien nach Beschneidung zu Hause

Berichten zufolge sei ein fünf Monate altes Baby nach einer Beschneidung in Bologna ums Leben gekommen. Gegen die Eltern wird wegen fahrlässiger Tötung ermit ...

(Symbolfoto)Tirol
Tirol

Zeugen gesucht: Insgesamt elf Autos in Schwaz, Stans und Hall geplündert

In der Nacht zum Samstag schlugen bislang unbekannte Täter in Schwaz und Stans Autoscheiben ein und entwendeten Radios, Navis und auch Airbags. In Hall passi ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »