Letztes Update am Fr, 23.11.2018 15:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

Neun Jahre Haft für 19-jährigen Wiener IS-Terroristen bestätigt

Der junge Wiener war von einem Schwurgericht wegen Beteiligung an versuchtem Mord in zwei Fällen schuldig erkannt worden. Unter anderem soll er einen Zwölfjährigen zu einem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt angestiftet haben.

(Symbolfoto)

© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Wien – Es bleibt bei neun Jahren Haft für einen 19-jährigen Burschen, der im vergangenen April vom Wiener Landesgericht für Strafsachen als für die radikalislamistische Terror-Miliz IS (Daesh) tätiger Aktivist verurteilt worden ist. Das hat das Wiener Oberlandesgericht (OLG) am Freitag entschieden, teilte Wolfgang Blaschitz, der Verteidiger des Burschen, der APA mit.

Der Oberste Gerichtshof hatte Mitte Oktober die gegen den erstinstanzlichen Schuldspruch gerichtete Nichtigkeitsbeschwerde in nicht öffentlicher Sitzung zurückgewiesen. Nun gab ein Drei-Richter-Senat (Vorsitz: Dietmar Kren) am OLG auch der Strafberufung keine Folge.

Zwölfjährigen Buben zu Anschlag befeuert

Der junge Wiener war von einem Schwurgericht wegen Beteiligung an versuchtem Mord in zwei Fällen, jeweils in Form einer terroristischen Straftat schuldig erkannt worden. Er hatte einerseits einen damals zwölfjährigen deutschen Buben darin bestärkt, Ende November 2016 mit einem selbst gebauten Sprengsatz im Namen des IS einen Selbstmordanschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) zu verüben. Der Bub, der aufgrund seines kindlichen Alters strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden konnte, war zwar längst radikalisiert. Sein Wiener Bekannter befeuerte ihn aber weiter und brachte ihn dazu, vom ursprünglichen Anschlagziel – einer Kirche – abzurücken und auf einen Weihnachtsmarkt umzuschwenken. Es krachte nur deshalb nicht, weil der Zwölfjährige es nicht schaffte, die Bombe zu zünden.

Vater eines Mädchens verhinderte Anschlag

Darüber hinaus wollte der 19-Jährige im Dezember 2016 mit einem um zwei Jahre jüngeren Mädchen einen Bombenanschlag durchführen, nachdem er diese nach islamischem Recht geheiratet hatte. Ins Ziel genommen hatten die beiden den deutschen US-Truppenstützpunkt Ramstein. Der Anschlag hätte bis Ende Dezember 2016 über die Bühne gehen sollen. Das Attentat unterblieb, weil der Vater des Mädchens ihr Handy durchforstete, dabei die von terroristischem Gedankengut durchtränkten Chat-Verläufe seiner Tochter mit dem Wiener entdeckte und umgehend die Polizei verständigte. (APA)


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