Letztes Update am So, 25.11.2018 10:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Tödliche Köder für Hunde zwischen Patsch und Igls ausgelegt

Würstchen präpariert mit Glasscherben zwischen Igls und Patsch: Hundehasser werden nur selten gefasst, sagt die Polizei.

Diese Wurst, gefunden auf einem Feldweg, wurde mit großen Glasscherben präpariert.

© ZassDiese Wurst, gefunden auf einem Feldweg, wurde mit großen Glasscherben präpariert.



Von Brigitte Warenski

Innsbruck, Patsch — Hätte ein Tier die Frankfurter, gefüllt mit riesigen Glasscherben, gefressen, wäre es qualvoll verendet. Zum Glück hat Philipp Zass von der Liste „Gerechtes Innsbruck" den tödlichen Hundeköder gefunden und gleich via Facebook eine Warnung hinausgegeben.

„Der Köder lag auf einem Feldweg zwischen Igls und Patsch. Gar nicht vorzustellen, wenn es hier mal matschig ist, da hat man keine Chance, den Köder zu entdecken", erzählt Zass, dessen Familie früher selbst einen Hund hatte. Zass verurteilt die Auslegung von tödlichen Ködern schärfstens und kann den Hundehass auch nicht nachvollziehen. „Die Hundebesitzer sind in dieser Gegend sehr umsichtig. Die Hunde werden an der Leine geführt und die Gassisackerln fleißig benützt". Die Polizei sei „sehr bemüht und fährt immer wieder hier Streife", sagt Zass, der den Vorfall zur Anzeige bringen wird.

Dass der Tierhasser — denn auch Katzen mit Freigang oder Wild können am Köder verenden — gefasst wird, ist dennoch kaum wahrscheinlich. „Die Ausforschung von solchen Personen ist leider relativ schwer", so Stefan Eder, Pressesprecher der Landespolizeidirektion Tirol. Wird der Verantwortliche gefasst, dann droht ihm eine Anzeige „entweder wegen versuchter Sachbeschädigung oder versuchter Tierquälerei. Es kommt u. a. darauf an, welches Motiv ausschlaggebend war", so Eder. Wie viele Giftköder (z.B. Rattengift) oder Köder mit Glasscherben oder Rasierklingen in Tirol ausgelegt werden, dazu gibt es keine Zahlen. „Der Aufwand für eine solche Statistik wäre einfach zu hoch", erklärt Eder.

Aktuelle (Gift-) Köderwarnungen für ganz Europa gibt es übrigens auf der Homepage www.giftwarnung.info.

Notdienst in Tirol ab 2019

Innsbruck — Bei einem gefährlichen Köder heißt es sofort handeln. In Innsbruck-Stadt und Innsbruck-Land gibt es seit einem Jahr den Kleintiernotdienst, der von der Tierärztekammer initiiert und federführend vom Land Tirol umgesetzt wurde. Er ist an Feiertagen und Wochenenden unter der Nummer 0676/8850882444 erreichbar. „Ab Anfang 2019 wird der Kleintiernotdienst auf alle Bezirke Tirols ausgeweitet. Zusätzlich geht eine Homepage online, die informiert, wohin sich Tierbesitzer im Notfall wenden können", erklärt Florian Kurzthaler von der Landespresse­stelle. (wa)