Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.12.2018


Tirol

Haft für Handel mit Hanfsetzlingen

Symbolfoto.

© Reuters/David McNewSymbolfoto.



Die Strafbarkeit von reinem Handel mit Cannabis-Setzlingen ist in Österreich derzeit juristisch ein heißes Eisen. Gibt es doch Gerichtssprengel, die dies ganz in Richtung des Aufziehens und Aberntens deuten, und Sprengel, die auch den Verkäufer nicht ganz aus der Verantwortung lassen.

So hatte ein Tiroler Setzlinghändler seiner Firma sogar einen medizinischen Beinamen gegeben und sich von Käufern unterschreiben lassen, dass die Setzlinge nicht zur Suchtgiftgewinnung verwenden. Ein bereits zu viereinhalb Jahren Haft verurteilter Holländer tat dies jedoch — nachdem er beim Unterländer zuvor 1300 Setzlinge gekauft hatte.

Staatsanwalt Thomas Willam konnte schon allein aus dem Wortlaut der Textnachrichten belegen, dass wohl beide Seiten genau wussten, was mit den Cannabis-Setzlingen passieren würde. Verteidiger Markus Abwerzger plädierte dafür, dass in Österreich hierzu endlich Rechtsklarheit geschaffen werde. Da seinem Mandanten aber eben alles klar war, ergingen zwei Jahre Haft (15 drohten). (fell)