Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.12.2018


Tirol

17-Jährige gestorben: Geldstrafe für tödlichen Unfall am Plansee

Nach dem tragischen Unfalltod einer 17-jährigen im Feber diesen Jahres ist der Prozess zu einem Ende gekommen. Wegen fehlender Spurenlage fiel das Urteil für den 20 Jahre alten Fahrer milde aus. Er selbst hatte sich nicht schuldig bekannt.

Das Unglücksauto wurde aus dem Plansee gefischt.

© MittermayrDas Unglücksauto wurde aus dem Plansee gefischt.



Breitenwang — Keinen Zweifel konnte Richter Kurt Heinricher daran erkennen, dass der damals 20-jährige Lenker am Abend des 14. Februar dieses Jahres am Plansee mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs war. Mit an Bord hatte der Innsbrucker zwei Mädchen aus Reutte. In einer Rechtskurve brach das Auto aus, schleuderte über die Fahrbahn und versank im Plansee. Eine 17-Jährige kam ums Leben, das andere Mädchen wurde verletzt.

In einer ersten Verhandlung für Jugendstrafsachen am Bezirksgericht Reutte konnte die Geschwindigkeit während des Unfalls nicht geklärt werden. Aber auch gestern war Gutachter Andreas Speer wegen fehlender Spurenlage nicht in der Lage, die Frage zu beantworten. Nur dass der Unfall bei 45 km/h wohl nicht passiert wäre.

Die steckengebliebene Tachonadel bei 70 km/h sei kein Indiz, weil andererseits der Tourenzähler 1000 Umdrehungen aufwies. „Bei der Annäherungsgeschwindigkeit tappen wir total im Dunkeln", so der Gutachter. Der Richter erkannte auf schuldig, verzichtete auf eine Haftstrafe, aber verurteilte den Mann zu 220 Tagessätzen à 20 Euro sowie Trauerschmerzensgeld. Der Verteidiger gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (pascal)




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