Letztes Update am Do, 10.01.2019 08:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lösegeld in Kryptowährung

Ehefrau eines der reichsten Norweger vermutlich entführt

Die 68-Jährige ist bereits seit Ende Oktober verschwunden. Die Polizei ging der Sache bisher im Geheimen nach. Ein Lösegeld in Kryptowährung werde gefordert.

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Oslo – Die Frau eines der reichsten Männer Norwegens ist vermutlich von Unbekannten entführt worden. Die 68-Jährige sei am 31. Oktober aus dem Familienhaus in der Nähe von Oslo verschwunden, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Seitdem gebe es keine Lebenszeichen von ihr, aber auch keine Anzeichen dafür, dass sie tot sei.

Die Polizei habe den Fall von Anfang an als unerlaubte Freiheitsberaubung betrachtet. Es sei Lösegeld in einer Kryptowährung gefordert worden. Verdächtige gebe es zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Dürftiger Kontakt zu mutmaßlichem Entführer

Der Kontakt zu den mutmaßlichen Entführern sei bisher dürftig und nicht mündlich gewesen, sagte Polizeisprecher Tommy Broske. Stattdessen sei über eine digitale Plattform kommuniziert worden. Er wollte nicht ausschließen, dass die Frau möglicherweise außer Landes geschafft worden sei. Neben anderen Behörden sei auch Interpol eingeschaltet worden.

Zuerst hatte die norwegische Zeitung Aftenposten über den Fall berichtet. Sie schrieb am Mittwoch, die Polizei sei der Sache bisher im Geheimen nachgegangen. Nach Angaben der Zeitung beläuft sich die Lösegeldforderung auf neun Millionen Euro. Das wollte Broske nicht kommentieren. Die Polizei rate der Familie jedoch, auf keine Forderungen einzugehen.

Mann der Entführten ist reicher Investor

Der Mann der Entführten, ein Investor, zählt zu den reichsten Menschen des Landes. Er soll einem Medienbericht zufolge im Laufe von elf Jahren mit Stromverkauf und Immobilien eine Milliarde norwegische Kronen (rund 102 Millionen Euro) verdient haben, davon allein 174 Millionen Kronen (17,8 Millionen Euro) im Jahr 2017. Sein Nettovermögen soll sich auf 1,7 Milliarden Kronen belaufen.

Der Fall wird in Norwegen als einmalig betrachtet. Es sind bisher keine anderen Entführungsfälle in dem skandinavischen Land bekannt, bei denen Lösegeld in Kryptowährung gefordert worden ist. International gab es solche Fälle dagegen schon häufiger. (APA/dpa)