Letztes Update am Do, 10.01.2019 13:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Urteil

Zehnjährige in Wien vergewaltigt: Insgesamt zwölf Jahre Haft

Der einschlägig vorbestrafte Kinderschänder war erst wenige Wochen vor der Tat aus dem Gefängnis entlassen worden. Der 34-Jährige wurde nun zu insgesamt zwölf Jahren Haft verurteilt und im Hinblick auf die von ihm ausgehende Gefährlichkeit in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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Wien – Ein einschlägig vorbestrafter Kinderschänder ist am Donnerstag vom Wiener Landesgericht für Strafsachen wegen Vergewaltigung einer Zehnjährigen zu insgesamt zwölf Jahren Haft verurteilt und im Hinblick auf die von ihm ausgehende Gefährlichkeit in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 34-Jährige war im April 2018 aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er ein Jahr für den sexuellen Missbrauch von zwei jeweils vier Jahre alten Mädchen verbüßt hatte. Der Koch hatte sich an der Tochter seiner damaligen Freundin vergangen, die Handlungen mit seinem Smartphone aufgezeichnet und abgespeichert. Von einer gleichaltrigen Freundin des Mädchens fertigte er ebenfalls kinderpornografisches Material an. Das Landesgericht Krems fand dafür mit drei Jahren Haft das Auslangen, wobei zwölf Monate unbedingt ausgesprochen wurden. Der Rest wurde dem 34-Jährigen unter Auflagen auf Bewährung nachgesehen.

Wenige Wochen nach seiner Entlassung missbrauchte der Mann dann das nächste Mädchen. Er begleitete am 2. Juli 2018 eine Bekannte zum Einkaufen. Als er mit der ältesten Tochter der Frau die Waren in die Wohnung bringen sollte, entblößte er sich bereits im Aufzug, forderte die Zehnjährige auf, ihn zu berühren, und begann zu onanieren. In der Wohnung fiel er dann über das Mädchen her, während die Mutter in der Küche eine Mahlzeit zubereitete. Die jüngeren Geschwister der Zehnjährigen – ein acht Jahre altes Mädchen und ein zweijähriger Bub – befanden sich im selben Raum und bekamen die Übergriffe mit.

Der Angeklagte legte vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Stefan Apostol) ein Geständnis ab. Er führte die inkriminierten Tathandlungen weniger auf seine pädophile Ader, die ihm erst 2016 „aufgefallen“ sei, sondern auf seine Alkoholsucht zurück. „Ohne Alkohol wäre es nicht dazu gekommen“, behauptete er. Staatsanwalt Sherif Selim bezeichnete den Mann als „besonders gefährlichen Sexualverbrecher. Jetzt sitzt er da wie ein Häuflein Elend. Er hat diese Familie komplett zerstört“. (APA)