Letztes Update am Mo, 14.01.2019 14:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Absender „NSU 2.0“: Anwältin in Deutschland in Fax bedroht

Eine türkischstämmige Anwältin, die Opfer der rechtsextremen Terrorgruppe NSU vor Gericht vertreten hatte, erhielt neuerlich Drohschreiben.

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Frankfurt – Eine türkischstämmige Anwältin in Deutschland hat nach eigenen Angaben erneut ein mit „NSU 2.0“ unterschriebenes Fax mit massiven Drohungen erhalten. Das sagte die Frankfurter Juristin der Süddeutschen Zeitung.

Ob das Schreiben im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu einer mutmaßlich rechtsextremen Chatgruppe in der Frankfurter Polizei steht, ist noch unklar. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft wollte sich am Montag nicht zu dem Bericht äußern. Zu konkreten Ermittlungen gebe es keine Auskunft, sagte die Sprecherin. Es liefen jedoch mehrere Verfahren gegen Polizisten.

Die Anwältin hatte im Prozess um Beate Zschäpe und die rechte Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) Opfer vertreten sowie in anderen Verfahren mutmaßliche islamistische Gefährder verteidigt.

Rechtsextremisten in Frankfurter Polizei aufgedeckt

Nach dem ersten Drohfax im August 2018 kam heraus, dass Hintergrundwissen über die Anwältin aus dem polizeilichen Informationssystem eines Computers einer Beamtin des 1. Reviers in Frankfurt abgefragt worden war.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurde eine mutmaßliche rechtsextreme Chatgruppe in der Frankfurter Polizei aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt (LKA) ermitteln unter anderem wegen Volksverhetzung gegen sechs inzwischen suspendierte Beamte. Sie sollen sich über einen Messenger-Dienst beleidigende und fremdenfeindliche Bilder, Videos und Texte zugeschickt haben. (APA/dpa)