Letztes Update am Do, 17.01.2019 13:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Messerattacke auf Schwangere (17): Prozess wegen Mordversuchs gestartet

Messerattacke auf Schwangere - Prozess wegen Mordversuchs gestartet Utl.: Eine schwangere Teenagerin wird Opfer einer Messerattacke. Dahinter soll ihr Ex-Freund stecken. Er wollte angeblich nicht Vater werden. Jetzt stehen er und drei Freunde vor Gericht. =

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© Thomas BöhmSymbolfoto.



Duisburg – Nach einer Messerattacke auf eine schwangere 17-Jährige müssen sich vier junge Männer seit Donnerstag in Duisburg vor Gericht verantworten. Einer der Angeklagten ist der mutmaßliche Vater des ungeborenen Kindes. Laut Staatsanwaltschaft wollte der 16-Jährige die werdende Mutter und das Kind töten, weil er mit der Schwangerschaft nicht einverstanden war.

Die Anklage lautet auf Mordversuch und versuchten Schwangerschaftsabbruch. Weil alle Angeklagten unter 18 Jahre alt sind, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Falle einer Verurteilung drohen den vier jungen Männern jeweils bis zu zehn Jahre Jugendhaft.

Geburt des Babys steht noch bevor

Laut Anklage lockte der 16-Jährige seine ehemalige Freundin am 6. September 2018 an eine abgelegene Stelle am Rhein in Duisburg. Die drei 16 und 17 Jahre alten Mitangeklagten sollen sich dort in einem Gebüsch versteckt haben und auf ein Zeichen hervorgestürmt sein. Die damals im fünften Monat schwangere Jugendliche wurde laut Anklage von mehreren Messerstichen getroffen - in Beinen und Hüfte. Sie konnte sich jedoch losreißen und flüchten.

Die Verletzungen durch den Messerangriff seien zwar verheilt, die Tat belaste sie jedoch sehr, hieß es am Donnerstag. Das Kind, das damals nicht verletzt wurde, ist nach den Angaben noch nicht geboren, der Geburtstermin stehe aber unmittelbar bevor. (dpa)