Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.01.2019


Osttirol

Umweltanwalt protestiert gegen neue Piste in Kals

Die Bergbahnen Kals wollen den Skiweg von der Mittelstation ins Tal durch eine Piste ersetzen. Das Landesverwaltungsgericht ist am Zug.

Auf der Kalser Seite der Skischaukel Kals-Matrei führt nur ein schmaler Skiweg hinunter bis zur Talstation. Der Weg soll einer Piste weichen, doch der Landesumweltanwalt sieht die Natur gefährdet.

© OblasserAuf der Kalser Seite der Skischaukel Kals-Matrei führt nur ein schmaler Skiweg hinunter bis zur Talstation. Der Weg soll einer Piste weichen, doch der Landesumweltanwalt sieht die Natur gefährdet.



Von Catharina Oblasser

Kals a. Gr. – Als vor mehr als zehn Jahren die Skiverbindung zwischen Matrei in Osttirol und Kals am Großglockner hergestellt wurde, hieß es schon damals: Der schmale Skiweg, der auf der Kalser Seite von der Mittelstation der Gondelbahn bis zur Talstation führt, sei nur ein Provisorium. Heinz Schultz, Besitzer und Betreiber des Großglockner-Skiresorts, erwähnte das bereits bei der Eröffnungsfeier der neu gebauten Gondel auf Kalser Seite.

Nun hat die Schultz-Gruppe bei der Bezirkshauptmannschaft Lienz beantragt, dass die so genannte „Gornerpiste“, die den Skiweg ersetzen soll, bewilligt wird. Die Bewilligung ist Ende November 2018 ergangen, doch gültig ist sie noch nicht. Denn die Landesumweltanwaltschaft Tirol hat dagegen Beschwerde eingelegt. Umweltanwalt Johannes Kostenzer beantragt beim Landesverwaltungsgericht Tirol, die geplante Piste in Kals nicht zu bewilligen. Diese soll etwa 750 Meter lang und 40 Meter breit sein, so heißt es in der Stellungnahme, und sie soll als schwarze Piste geführt werden.

Kostenzer liefert gleich mehrere Begründungen für seine Ablehnung des Vorhabens: Das Gebiet sei labil, und außerdem müssten für die Piste 2,8 Hektar Schutzwald gerodet werden, die zum Teil dem Schutz von Bauten dienen. „Und dies, nachdem eine Sturmkatastrophe massive Windwürfe verursacht hat und dadurch 500.000 Festmeter Schadholz angefallen sind“, so der Umweltanwalt. Er bezieht sich damit auf das große Unwetter Ende Oktober 2018 in Osttirol. Ein weiterer Kritikpunkt Kostenzers: „Die geplante Piste liegt zum überwiegenden Teil außerhalb der Grenzen nach dem Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramm 2005.“

Die Bezirkshauptmannschaft Lienz, die die Bewilligung erteilt hat, habe alle notwendigen Gutachten eingeholt, erklärt Bezirkshauptfrau Olga Reisner. „Und es gab keine K.-o.-Kriterien“, führt Reisner weiter aus. Also nichts, was eine Bewilligung hätte verhindern können.

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Am Landesverwaltungsgericht Tirol liegt die Beschwerde des Umweltanwalts seit einigen Tagen vor, bestätigt der zuständige Richter Hermann Riedler. „Die Parteien haben nun Gelegenheit, davon Kenntnis zu nehmen“, sagt er. „Es wird ein Ermittlungsverfahren und eine öffentliche Verhandlung geben, aber ein Termin dafür steht noch nicht fest.“