Letztes Update am Mo, 11.02.2019 23:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich

Journalisten in Frankreich verlieren Jobs wegen Facebook-Gruppe

Ihre Opfer berichten von jahrelangem Cyber-Mobbing. Einige einflussreiche Journalisten, die Teil der Facebook-Gruppe waren, verloren nun ihren Job.

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© REUTERS(Symbolbild)



Paris – Sie betrieben offenbar jahrelang Cybermobbing gegen Frauen, nun erhalten sie die Quittung dafür: In Frankreich sind mehrere Medienschaffende wegen einer sexistischen Facebook-Gruppe in die Schlagzeilen geraten. Einige einflussreiche Journalisten verloren wegen der Umtriebe der 2009 gegründeten Gruppe „Ligue du LOL“ ihren Job.

Die Zeitung Libération hatte am Freitag über die Facebook-Gruppe berichtet, deren Mitglieder Frauen sexistisch beleidigten und Vergewaltigungen verharmlosten. Am Wochenende erzählten mehrere Mobbingopfer in sozialen Netzwerken von ihren damaligen Erfahrungen. Mélanie Wanga, Gründerin des Podcasts „pop Tchip“, schrieb über rassistische und sexistische Belästigungen, die sie durch „weiße Pariser Journalisten“ erlitten habe.

Die ehemalige Bloggerin Capucine Piot berichtete, wie sie im Internet „jahrelang“ das Ziel gehässiger Foto- oder Videomontagen war. Für sie als junge Frau sei das „sehr schwierig“ gewesen. Daria Marx, ein anderes Opfer, die gegen den Hass auf Dicke kämpft, erzählte: „Ich war dick, ich war eine Frau, ich war Feministin, das reichte, damit sie mich auslachten.“

Der Gründer der Facebook-Gruppe, Vincent Glad, wurde am Montag als Mitarbeiter von Libération suspendiert, ebenso der Online-Chef der Zeitung, Alexandre Hervaud. Das Brain Magazine kündigte ebenfalls die Zusammenarbeit mit Glad auf. Der Chefredakteur des Musik- und Kulturmagazins Les Inrockuptibles, David Doucet, wurde ebenfalls beurlaubt. (APA/AFP)