Letztes Update am Mi, 20.02.2019 17:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Geiselnahme im Urwald

Überfall auf Luxus-Lodge in Peru: 40 Touristen als Geiseln genommen

Die Täter raubten die Lodge-Kasse aus und flohen. Es handle sich um kolumbianische und venezolanische Kriminelle, erklärte der Gouverneur von Madre de Dios.

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Lima – Bei einem Überfall auf eine Lodge im peruanischen Urwaldgebiet von Madre de Dios ist ein Mensch getötet worden. Rund 40 Touristen wurden am Dienstagabend (Ortszeit) vorübergehend als Geiseln genommen. Die Täter seien kolumbianische und venezolanische Kriminelle, erklärte der Gouverneur von Madre de Dios, Luis Hidalgo, dem Sender Radio Nacional. Das Todesopfer sei ein lokaler Tourführer.

Die Kriminellen hätten die Lodge-Kasse ausgeraubt und seien geflohen, erklärte der Lodge-Verwalter Jose Koechlin von Stein dem Sender RPP. In Madre de Dios hatte die peruanische Regierung am Mittwoch eine Großaktion zur Vertreibung des illegalen Bergbaus aus der Region begonnen. Rund 1.500 Polizisten und Militärs sowie 70 Staatsanwälte nehmen an dem auf zwei Wochen angesetzten Einsatz auf 11.000 Hektar teil. Die Sicherheitskräfte verfolgen dabei auch zahlreiche kriminelle Banden, die in den Camps der informellen Kumpel unter anderem Prostitution und Drogenhandel führen, erklärte Innenminister Carlos Moran. In der Region sind nach Regierungsangaben rund 40.000 informelle Bergarbeiter in der Goldsuche aktiv.

Die Luxus-Lodge Inkaterra Reserva Amazonica befindet sich in einem Naturreservat am Ufer des Flusses Madre de Dios, knapp 900 Kilometer östlich von Lima und 20 Kilometer von der Provinzhauptstadt Puerto Maldonado entfernt. Der Gründer der Inkaterra-Lodge Koechlin von Stein hat bei der Produktion von Werner Herzogs Film „Fitzcarraldo“ (1982) mitgearbeitet, der im peruanischen Urwald gedreht wurde. (APA/dpa)