Letztes Update am Di, 26.02.2019 12:25

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kindesmissbrauch

Pell-Schuldspruch für Vatikan „schmerzhafte Nachricht“

Der australische Kardonal George Pell wurde schuldig gesprochen, in den 1990er Jahren zwei Sängerknaben in der Saint Patrick‘s Kathedrale in Melbourne sexuell angegriffen zu haben.

Kardinal Pell wurde schuldig gesprochen.

© AFPKardinal Pell wurde schuldig gesprochen.



Melbourne – Der australische Kardinal und Vatikan-Finanzchef George Pell ist wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden. Das sagten Gerichtsvertreter am Dienstag in der australischen Stadt Melbourne. Pell wurde schuldig gesprochen, in den 1990er Jahren zwei Sängerknaben in der Saint Patrick‘s Kathedrale in Melbourne sexuell angegriffen zu haben.

Das Urteil gegen den 77-Jährigen war bereits im Dezember gefallen, aber bisher vom Gericht unter Verschluss gehalten worden, obwohl in den Medien das Urteil bereits bekannt war. Pell ist der bisher ranghöchste katholische Geistliche, der wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde.

Die gerichtlich verordnete mediale Schweigepflicht über den Fall hatte zuvor für Aufregung gesorgt. Pell hatte die Anschuldigungen gegen ihn zurückgewiesen.

Pell-Schuldspruch als „schmerzhafte Nachricht“

Der Vatikan hat den Schuldspruch für Kardinal George Pell als „schmerzhafte Nachricht“ bezeichnet. In einem Bulletin bekundete der Vatikan „höchsten Respekt für Australiens Justizbehörden“. Dabei wurde auch betont, dass Kardinal Pell stets seine Unschuld beteuert und das Recht habe, sich bis zur letzten Instanz zu verteidigen.

„In Erwartung auf das letztinstanzliche Urteil schließen wir uns den australischen Bischöfen im Gebet für allen Missbrauchsopfer an. Wir beteuern unseren Einsatz, um alles Erdenkliche zu unternehmen, damit die Kirche ein sicheres Haus für jeden, vor allem für Kinder und die Schwächsten, ist“, so der Vatikan.

Bis zum letztinstanzlichen Urteil ist Pell beurlaubt. Er wird keinerlei Kontakte mit Minderjährigen haben dürfen, teilte der Vatikan mit. (APA/AFP)


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