Letztes Update am Mo, 04.03.2019 20:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vermisste 15-Jährige

Vermisste Rebecca: Polizei nahm Schwager der 15-Jährigen erneut fest

Einen Tag nach seiner Festnahme mussten die Berliner Ermittler Rebeccas Schwager wieder freilassen. Am Montagabend haben sie ihn erneut festgenommen – es gebe einen gültigen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags.

Rebecca war am 18. Februar in den frühen Morgenstunden aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin verschwunden.

© dpaRebecca war am 18. Februar in den frühen Morgenstunden aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin verschwunden.



Berlin – Im Fall der vermissten Rebecca hat die Berliner Polizei den verdächtigen Schwager der 15-Jährigen erneut festgenommen. Es gebe einen gültigen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags gegen den Beschuldigten, teilte ein Polizeisprecher am Montagabend mit. Ein Richter soll den Haftbefehl am Dienstagvormittag verkünden.

Der 27 Jahre alte Deutsche war bereits in der vergangenen Woche in den Fokus der Ermittler gerückt und schon einmal festgenommen worden. Ein Ermittlungsrichter hatte aber zunächst keinen Haftbefehl erlassen, sodass der Mann wieder auf freien Fuß kam. Die Ermittler hatten nicht aufzuklärende Widersprüche zwischen seinen Angaben und Ermittlungsergebnissen gesehen. Nachdem die Staatsanwaltschaft Berlin Beschwerde gegen diese Freilassung eingelegt hatte, hat der Ermittlungsrichter angesichts der gemeinsamen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei Berlin antragsgemäß Haftbefehl erlassen, wie die Polizei weiter mitteilte.

Auf Grundlage des Haftbefehls nahmen Ermittler der Mordkommission den 27-Jährigen in den frühen Abendstunden in Berlin fest. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Rebecca hatte nach bisherigen Erkenntnissen bei einer älteren Schwester und deren Familie übernachtet, erschien am Morgen des 18. Februar aber nicht in der Schule. Eine Mordkommission übernahm einige Tage später die Ermittlungen. Worauf sich der Verdacht gegen den Schwager konkret stützt, sagte die Polizei nicht. Sie erklärte nur, es gebe nicht aufzuklärende Widersprüche „zwischen seinen Angaben und den neusten Ermittlungsergebnissen“.

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Die „Bild“ hatte vor einigen Tagen berichtet, der 27-Jährige habe ausgesagt, er sei am Tag von Rebeccas Verschwinden um 5.45 Uhr von einer Feier nach Hause gekommen und habe um 8.30 Uhr nach seiner Schwägerin gesehen. Da sei das Mädchen aber bereits weg gewesen und mit ihr ihre Schulsachen und eine Fleecedecke. In einer ersten Aussage hatte er gesagt, er habe Rebecca gegen 7.15 Uhr schlafend auf der Couch zuletzt gesehen. Rebeccas Schwester hatte bereits gegen 7 Uhr das Haus verlassen.

Vor zwei Wochen war die 15-jährige Rebecca verschwunden – und bis heute fehlt von dem Mädchen jede Spur. Trotz intensiver Suche wurde Rebecca bisher weder lebend gefunden noch wurde ihre Leiche entdeckt. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass sie getötet wurde und hat den Mann von Rebeccas Schwester im Verdacht, der Mörder zu sein. Vater und Mutter hofften, am heutigen Montag mehr Informationen von der Polizei zu bekommen, wie sie den Zeitungen „Bild“ und „B.Z.“ sagten. Bis Montagvormittag seien 180 Hinweise bei der Polizei eingegangen, sagte eine Sprecherin.

Die Spurensicherung des Landeskriminalamtes hatte das Haus der Schwester und des Schwagers am südlichen Stadtrand Berlins am Freitag durchsucht. Die Auswertung könne Tage dauern, hieß es. Rebecca hatte in der Nacht zum 18. Februar, einem Montag, dort im Wohnzimmer übernachtet. Am Morgen war sie nicht mehr da und tauchte auch nicht in der Schule auf. Mit ihr verschwand auch eine Decke aus dem Haus. Kurz darauf wurde ihr Handy dauerhaft abgeschaltet. Nach einigen Tagen übernahm eine Mordkommission die Ermittlungen. (dpa/APA)




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