Letztes Update am Mi, 06.03.2019 10:19

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Griechenland

Justiz erhebt Anklage nach verheerenden Waldbränden bei Athen

Neben dem mutmaßlichen Brandstifter sind Feuerwehrleute, Polizisten, Bürgermeister und andere Politiker unter den Angeklagten. Die Justiz wirft den angeklagten Verantwortlichen vor, die betroffenen Regionen nicht rechtzeitig evakuiert zu haben.

In der Nähe von Athen wütete im Sommer ein Waldbrand, der 100 Menschen das Leben kostete.

© AFPIn der Nähe von Athen wütete im Sommer ein Waldbrand, der 100 Menschen das Leben kostete.



Athen – Fast acht Monate nach schweren Waldbränden bei Athen mit 100 Toten hat die griechische Justiz insgesamt 20 Beschuldigte wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Neben dem mutmaßlichen Brandstifter sind Feuerwehrleute, Polizisten, Bürgermeister und andere Politiker unter den Angeklagten.

Wie der staatliche Rundfunk ERT am Mittwoch berichtete, drohen ihnen bei einer Verurteilung Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Entstanden war das Feuer am 23. Juli 2018. Ein Anrainer hatte auf einem Hügel oberhalb des Katastrophengebietes vertrocknete Zweige angezündet, um sie zu beseitigen, und danach versäumt, die Feuerstelle richtig zu löschen.

„Vertraue auf die Justiz“

Starke Winde fachten das im Unterholz noch brennende Feuer an. Eine Feuerwalze fegte anschließend über das Feriengebiet östlich von Athen. 100 Menschen starben. Viele von ihnen verbrannten bei lebendigem Leib. Mehr als 4000 Häuser wurden zerstört oder stark beschädigt.

Die Justiz wirft den angeklagten Verantwortlichen vor, versäumt zu haben, rechtzeitig die Evakuierung der betroffenen Regionen anzuordnen. Es habe zudem schwere Koordinationsprobleme der Kräfte gegeben, die für die Löscharbeiten verantwortlich waren.

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„Ich vertraue der Justiz. Es war eine Naturkatastrophe, die niemand stoppen konnte“, sagte der Bürgermeister der Hafenstadt Rafina, Vangelis Bournous, der unter den Angeklagten ist, im griechischen Rundfunk am Mittwoch. (APA/dpa)