Letztes Update am Mo, 11.03.2019 08:05

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Berlin

Fall Rebecca ist weiterhin mysteriös: Mädchen bleibt verschwunden

Eine großangelegte Suche in einem brandenburgischen Wald hat im Fall der verschwundenen Rebecca nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Die 15-Jährige bleibt verschwunden. Der Druck auf die Polizei wächst.

Die Suche im Wald hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

© dpaDie Suche im Wald hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht.



Berlin – Der Fall der seit drei Wochen verschwundenen Rebecca bleibt mysteriös. Trotz eines großen Suchaufgebots über drei Tage mit jeweils Hunderten Berliner Polizisten und Dutzenden Suchhunden in einem Brandenburger Waldgebiet fanden die Beamten keine Spur der Zehntklässlerin. Ein Hinweis auf das himbeerrote Auto des tatverdächtigen Schwagers in dem weitläufigen Kiefernwald rund 50 Kilometer südöstlich von Berlin hatte die Suche dort ausgelöst. Es war jedoch nur ein vager Hinweis gewesen, der zu keinem Ergebnis führte. Am Sonntag wurde die Suche dort eingestellt.

Die Polizei steht mit leeren Händen da und der Druck wächst. Es wurde auch keine weitere Suchaktion in einem anderen Gebiet begonnen. Man konzentriere sich jetzt darauf, die inzwischen mehr als 1200 Hinweise aus der Bevölkerung abzuarbeiten, hieß es.

Schwager schweigt weiter

Der 27-jährige Schwager des Mädchens schweigt in der Untersuchungshaft. Auf ihn hatten sich die ermittelnden Beamten relativ schnell als Tatverdächtigen festgelegt. Er sei zur Zeit des Verschwindens von Rebecca aus dem Haus ihrer ältesten Schwester und deren Mann am Morgen des 18. Februar allein mit ihr im Haus gewesen, hieß es. Er habe sich bei seinen anfänglichen Aussagen in Widersprüche verwickelt.

Auch zu zwei Fahrten nach Brandenburg, die über ein Kennzeichenerfassungssystem bekannt wurden, habe er geschwiegen, hieß es von der Polizei. In dem Wagen waren Haare von Rebecca und Fasern einer Fleecedecke gefunden worden, die mit ihr aus dem Haus verschwunden war. Auf das Familienauto habe zu dem Zeitpunkt nur der Schwager des Mädchens Zugriff gehabt.

Vor allem Strafverteidiger kritisieren das Vorgehen der Polizei, den Schwager als Tatverdächtigen zu präsentieren. Die Unschuldsvermutung werde so ausgehebelt, hieß es. Ein faires Strafverfahren, wenn es dazu kommen sollte, sei so nicht mehr garantiert. (dpa)

Die Polizei sucht weiter nach Rebecca. Obwohl die Ermittler davon ausgehen, dass das Mädchen getötet worden ist, gibt es derzeit keinen Hinweis zu ihrem Verbleib.
Die Polizei sucht weiter nach Rebecca. Obwohl die Ermittler davon ausgehen, dass das Mädchen getötet worden ist, gibt es derzeit keinen Hinweis zu ihrem Verbleib.
- dpa